AUSSTELLUNGEN - ARCHIV

Aktuelle Ausstellung

Karl Farkas - Schauspieler, Kabarettist, Dichter. Emigration und Heimkehr

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 9. Mai 2017, 19.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 10. Mai bis 3. September 2017
Öffnungszeiten: täglich, außer Montag, von 10:00 bis 15:00 Uhr

Karl Farkas (1893-1971) gilt als einer der wichtigsten österreichischen Schauspieler und Kabarettisten des 20. Jahrhunderts. In Erinnerung geblieben ist Farkas vor allem durch sein Wirken und Schaffen seit den 1950er Jahren im Kabarett „Simpl”. Schon in der Zwischenkriegszeit avancierte Farkas zu einem gutverdienenden und gefeierten Bühnenstar. In der Spielsaison 1920/21 war er Ensemble-Mitglied des Linzer Landestheaters und spielte in dieser Zeit 24 Rollen, inszenierte 18 Stücke und fünf Opern.
Im Frühjahr 1921 wechselte Farkas zur „Neuen Wiener Bühne”. Mit dem „Anschluss” Österreichs änderte sich jedoch alles. Mit 45 Jahren gelang ihm im letzten Augenblick noch die Flucht vor dem NS-Regime, dessen Verfolgung ihn als Jude unweigerlich getroffen hätte. Eine Flucht, die fast drei Jahre dauern sollte und ihn 1941 in den rettenden Hafen von New York führte. Über seine Erfahrungen auf der Flucht und im Exil sprach er zeitlebens kaum. In der Sammlung der Dokumentationsstelle für Literatur in Niederösterreich befindet sich ein Teilnachlass von Karl Farkas. Die Dokumente dieses Bestandes sind Basis der Ausstellung, die die Geschichte seiner Vertreibung und Flucht, seines Exils und seiner Heimkehr nach Österreich in den Fokus nimmt.

Kuratorin: Mag. Katharina Strasser (Donau-Universität Krems, Land NÖ)
Gestalterin: Mag. Renate Stockreiter (Wien)

Begleitend zu dieser Ausstellung dokumentiert ein zweibändiges Werk die Aufarbeitung des Teilnachlasses. Der von Andreas Weber herausgegebene Band „Beiträge zu Leben und Werk” geht unterschiedlichsten Themen des beruflichen und privaten Lebens von Karl Farkas nach. Band 2, herausgegeben von der Ausstellungskuratorin Katharina Strasser, dokumentiert als Ausstellungskatalog das umfangreiche Material der Sammlung.



Kunst und Kitsch im Archiv

Aktuelle Ausstellung Werke der bildenden Kunst finden sich in etlichen literarischen Nachlässen und Sammlungen. Sie stehen nicht selten quer zur üblichen Bestandsqualität wie auch zu den Strategien gezielter Erwerbspolitik. Zu zeigen, was meist im Depot verborgen bleibt, ist wesentliches Anliegen der Ausstellung „Kunst und Kitsch im Archiv”. Dabei geht es weniger um den Aspekt einer ästhetischen Wertung als vielmehr um das Zeigen der Vielfalt in - und außerhalb der Archivschachtel.

Im Modell eines Setzkastens werden rund 80 Exponate präsentiert, die Themenfelder eröffnen: Der Dichter wird zum Künstler in anderen Sparten (wie der Malerei, Fotografie, Musik, Bühnenkunst), Autorinnen und Autoren selbst oder ihr literarisches Schaffen sind Gegenstand künstlerischer Auseinandersetzung (als Werkillustration oder Verfilmung), Bestandsbildner zeigen sich in ihrer Sammelleidenschaft u. a. m.
Von Schreibenden, oft Doppel- oder Mehrfachbegabungen, selbst verfertigt, als Geschenk, Erinnerungsgegenstand oder Sammlerstück aufbewahrt, ergänzen Kunstwerke und Objekte manchmal das dichterische Œuvre und bieten neue, mitunter ungewohnte Sichtweisen auf Biografie und Werk ihrer einstigen Besitzer (darunter Adalbert Stifter, Franz Stelzhamer, Enrica von Handel-Mazzetti oder Walter Wippersberg).

Die Ausstellung wurde von Petra-Maria Dallinger, Georg Hofer und Bernhard Judex kuratiert und von Viktoria Schlögl gestaltet. Zur Finissage erscheint ein Begleitband mit Abbildungen und Kommentaren.


Dienstag, 13. Dezember 2016
Ausstellungseröffnung


Eröffnung: Landeshauptmann DR. JOSEF PÜHRINGER
Gespräch mit DR. LOTHAR SCHULTES (OÖ. Landesmuseum)
Zu Themen des Sammelns, Hortens und Aufbewahrens
Ausstellungsdauer: 14. Dezember 2016 bis 27. April 2017
Öffnungszeiten: täglich, außer Montag, von 10:00 bis 15:00 Uhr



FRITZ LICHTENAUER

Kunst und Kitsch im Archiv TEXTBILD ZEICHNUNG FOTOGRAFIE





Dienstag, 15. November 2016, 19.30 Uhr

Ausstellungseröffnung
und Präsentation der „Rampe X/2016 - Fritz Lichtenauer”



Begrüßung: PETRA-MARIA DALLINGER

FRITZ LICHTENAUER liest aus eigenen Texten, im Anschluss
Gespräch mit CLAUDIA LEHNER zum bildkünstlerischen Werk
„Und?” für 4 Stimmen von PETER ANDROSCH nach Texten von Fritz Lichtenauer

Ausstellungsdauer: 16. November bis 6. Dezember 2016
Öffnungszeiten: täglich, außer Montag, 10:00 bis 15:00 Uhr



FRITZ LICHTENAUER, geboren am 19.7.1946 in Vichtenstein, Oberösterreich. Lebt in Linz. Ab 1975 Redaktion und Gestaltung der Zeitschrift „Oberösterreichischer Kulturbericht” und redaktionelle Betreuung der Literaturzeitschrift „Die Rampe”. Mitorganisa¬tion der Literaturreihe „Dichte(r)zeit” (1992 -1997); 2006 - 2009 Redaktionsmitglied der Kulturzeitschrift „Landstrich”. Seit 1968 Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien sowie Beteiligung an Ausstellungen visueller Poesie und konstruktiver Kunst im In- und Ausland. Beiträge in Rundfunksendungen und zahlreiche kulturpublizistische Beiträge im OÖ. Kulturbericht. 1973 Staatsstipendium für Literatur. Mitglied der Künstlervereinigung MAERZ und der Grazer Autorinnen Autorenversammlung.

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von Arbeiten aus fünfzig Jahren Schaffen, die eine stete Auseinandersetzung des Künstlers mit dem Material Sprache sowie mit Strukturen und Linien widerspiegelt. In unterschiedlichen Werkgruppen zusammengefasst ist eine durchgängige Bildsprache Lichtenauers erkennbar: Ordnungssysteme werden geschaffen und wieder aufgelöst, eingeführte Motive abgewandelt, gespiegelt, variiert, verzerrt, in Mustern verdichtet, erneut dekonstruiert. Die entstandenen Arbeiten zeugen von Formwillen und dem Bemühen um Reduktion, sie sind präzise und dennoch spielerisch und lassen Raum für ein assoziatives Betrachten.




STIFTER HAUS Seehöhe 255 m - Wanderwege durch Adalbert Stifters Bild-Welt

FRITZ LICHTENAUER Ausstellung im StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 4020 Linz
(Grafik links: Peter Karlhuber)

Sechs Wanderwege führen durch eine improvisierte Galerie, in der Stifters bildkünstlerische und literarische Landschaftsbilder miteinander in Dialog treten.

Eine solide naturwissenschaftliche Ausbildung und die Landschaft seiner Kindheit legen den Grundstein für Stifters Interesse am neuen taxonomischen Natur-Bild seiner Zeit. Viele seiner Figuren nutzen diese Erkenntnisse im Geiste der Volksaufklärung zur Optimierung der Lebensbedingungen wie der Erträge. Die Musterhöfe in Brigitta oder im Nachsommer sind Literarisierungen zeittypischer Handbücher des Agrarwesens zur Rationalisierung der Güter ebenso wie zur Verschönerung der Landschaft.

Gästen öffnen Stifters Gutsherren und -herrinnen ihre gut verschlossenen Gärten meist bereitwillig. Doch hinter den Idyllen domestizierter Landschaft behalten die zerstörerischen Kräfte entfesselter Naturereignisse und menschlicher Leidenschaften ihr bedrohliches Potential.

Eröffnung: 12. April 2016, 19.30 Uhr

Ausstellungsdauer: 13. April 2016 bis 26. Oktober 2016
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10:00 bis 15:00 Uhr
Kuratierung: Evelyne Polt-Heinzl
Ausstellungsgestaltung: Peter Karlhuber



Landsturmbezirkskommando Linz 20. August 1914

STIFTER HAUS Seehöhe 255 m - Wanderwege durch Adalbert Stifters Bild-Welt Robert Musil und der Erste Weltkrieg

Robert Musil trat im August 1914 seinen Kriegsdienst in Oberösterreich beim Landsturmbezirkskommando Linz an, einer Umgebung, der er in mehrfacher Weise verbunden war. Einerseits durch die Herkunft seiner Mutter Hermine, die unter dem Mädchennamen Bergauer in Linz geboren wurde. Andererseits aufgrund seiner eigenen Biographie, da er einen Teil seiner Kindheit in Steyr verbrachte.
Oberösterreich wird damit sowohl zum Ort der Heimat als auch zum Tor für die prägenden Erfahrungen Robert Musils im Ersten Weltkrieg. Dieser Spur folgend zeigt die Ausstellung im StifterHaus Musils Weg von seiner oberösterreichischen Geschichte bis zum Ende seines Militärdienstes nach dem Ersten Weltkrieg.
Die ursprüngliche Ausstellung „Der Gesang des Todes” Robert Musil und der Erste Weltkrieg wurde von Dr. Reinhard Wittmann und Karolina Kühn vom Literaturhaus München kuratiert und von Alexander Wöran für das StifterHaus adaptiert. Zur Ausstellung in Linz erscheint eine Begleitpublikation mit dem Titel „Geboren in Steyr. Eigentlich nicht ganz. Robert Musil 1880 - 1942”.

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 20. Oktober 2015, 19.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 21. Oktober 2015 bis 26. März 2016
Öffnungszeiten: täglich, außer Montag, 10.00 bis 15.00 Uhr

Adalbert-Stifter-Institut / StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 4020 Linz
Tel.: 0043/732/7720/11295, www.stifter-haus.at



Schreiben, anders?

Landsturmbezirkskommando Linz 20. August 1914 Künstlerisch gestaltete Schriftbilder sowie literarische Texte, deren Produktion gesellschaftlich meist im Assoziationsfeld von „Beeinträchtigung / Behinderung” gesehen wird, stehen im Mittelpunkt einer Ausstellung im StifterHaus (vom 13.5.- 4.10.2015), - wobei auch die Position des Genius Loci Adalbert Stifter angesprochen wird.

KünstlerInnen wie Brigitte Schwaiger, die sich radikal mit eigenen „Behinderungserfahrungen” in ihrem Schreiben beschäftigt hat, erweitern das präsentierte Spektrum rund um Wort- und Bildkunst, wie sie vielfach in Einrichtungen in Oberösterreich in literarischer wie anderer Gestaltungsarbeit ermöglicht und gefördert wird.

Nicht zuletzt werden skripturale Bildelemente oder „Wortzitate” in Beispielen der bildenden Kunst von „besonderen” Menschen das Themenfeld von „Schreiben, anders?” öffnen - und auch zur Auseinandersetzung mit Fragen über Begrenzungen und Grenzziehung anregen.

Zur Ausstellung erscheint eine Begleitpublikation mit Beiträgen von: Peter Assmann, Anita Baier, Margarethe Bamberger, Sophie Beisskammer, Petra-Maria Dallinger, Gertraud Gruber, Peter Gstöttmaier, Herwig Hack, Enrica von Handel-Mazzetti, Gottfried Hattinger, Marlen Haushofer, Rosemarie Heidler, Heinz Janisch, Peter Kaltenböck, Waltraud Kannonier-Finster, Herbert Kastner, Johann Katzensteiner, Gertraud Klemm, Brigitte Koxeder, Eli Kumpfhuber, Ludwig Laher, Christian Loidl, Stefan Mann, Ruth Oberhuber, Christian Pichler, Thomas Pühringer, Franz Rieger, Johanna Rohregger, Herbert Schinko, Ernst Schmid, Margit Schreiner, Brigitte Schwaiger, Patrick Seifriedsberger, Adalbert Stifter, Richard Wall, Nikola Wasmayr, Klaus Willner, Gunther Zehetner, Meinrad Ziegler.

Konzeptor: Peter Assmann
Gestalter: Gottfried Hattinger

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 12. Mai 2015, 19.30 Uhr
Öffnungszeiten: täglich, außer Montag, 10-15 Uhr


Walter Wippersberg: Fotoarbeiten aus drei Jahrzehnten

Schreiben, anders? Dienstag, 24. März 2015
Ausstellungseröffnung
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19:30 Uhr

WALTER WIPPERSBERG: Fotoarbeiten aus drei Jahrzehnten

Ausstellungsdauer: 25. März 2015 bis 3. Mai 2015
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 15 Uhr
sowie an Veranstaltungsabenden ab 18:30 Uhr

WALTER WIPPERSBERG
geb. am 4.7.1945 in Steyr.
Lebt als Schriftsteller, Regisseur und Filmemacher in Losenstein, OÖ., und in Wien.
Emeritierter Universitätsprofessor an der Wiener Filmakademie (Universität für Musik und darstellende Kunst), 1990 bis 2011 Leiter der Klasse »Drehbuch und Dramaturgie«.
Veröffentlichungen: Romane, Theaterstücke, Hörspiele, Kinderbücher, Essays, TV-Dokumentationen, Spielfilm-Drehbücher, Filme (u.a. »Das Fest des Huhnes«).
Übersetzungen ins Französische, Spanische, Baskische, Dänische, Holländische, Amerikanische, Koreanische, Japanische und ins Chinesische.
Zahlreiche Auszeichnungen.

Seit Ende der 1970er Jahre beschäftigt sich Walter Wippersberg auch mit künstlerischer Fotografie. Nach einer langen Ausstellungspause zeigt er nun - aus Anlaß seines 70. Geburtstages im Sommer 2015 - wieder einmal Fotoarbeiten, ältere und ganz neue.


FOTOGRAFIE / Einzelausstellungen

Galerie 7-STERN Steyr 1980. Galerie MAERZ Linz 1983. Katalog »Erweiterte Fotografie«. Galerie BRENNPUNKT Berlin 1984. GALERIE IM RAUM Düsseldorf 1985. STANTE PEDE im Brucknerhaus Linz 1985. Galerie 7-STERN Steyr 1986. OÖ. LANDESMUSEUM FRANCISCO CAROLINUM Linz 1990. Katalog »Das Ruhen der Blicke. Das Schwinden der Sinne.« Galerie GISELA LÖFFLER, Stuttgart 1992.

FOTOGRAFIE / Ausstellungsbeteiligungen

FOTOGRAFIE DER GEGENWART, Beispiele aus der österreichischen Fotogalerie Rupertinum, Salzburg 1987. ARBEIT UND KUNST, Neue Galerie des Alten Museums, Berlin/DDR, 1987, und Palais Palffy, Wien 1988. RUPERTINUM-FOTOPREIS, Rupertinum Salzburg 1988. INSTALLATION/KONZEPTION/IMAGINATION, Versuchte Ordnung über eine »Ordnung« hinaus, Steirischer Herbst, Kulturhaus Graz 1989. WELSER WAHRNEHMUNGSTAGE 1990. FOTOGRAFIEN AUS DER SAMMLUNG WALTER, Galerie MAERZ Linz und Galerie Faber Wien 1991. INTERVENTIONEN, OÖ. Landesgalerie 1993.



gesammelt, gelesen, gewidmet

Walter Wippersberg: Fotoarbeiten aus drei Jahrzehnten Bücher aus Bibliotheken von Schreibenden

Bücher aus Bibliotheken von Schriftstellerinnen und Schriftstellern bleiben der Öffentlichkeit meist verborgen. Die Ausstellung „gesammelt, gelesen, gewidmet” geht den individuellen und sehr unterschiedlichen Wegen, wie Bücher in Schriftsteller-Bibliotheken gelangen und welche Bedeutung sie für Schreibende haben, nach. Im Zentrum stehen Buchbestände aus Nachlässen oberösterreichischer Autorinnen und Autoren im Adalbert-Stifter-Institut wie etwa Richard Billinger, Erna Blaas, Gertrud Fussenegger, Enrica von Handel-Mazzetti, Franz Josef Heinrich, Franz Kain, Trude Payer, Franz Rieger und Adalbert Stifter. Ergänzt werden diese durch Leihgaben anderer österreichischer Literaturarchive. In einzelnen thematischen Stationen („Lesen im Krieg”, „Sammeln”, „Ex libris”, „Widmungen”, „Lesespuren” u. a.) erschließt sich der für Schreibende vielfältige Stellenwert, den das Buch als Sammelobjekt, Arbeitsexemplar oder Geschenk erlangt.

Die Ausstellung wurde von Petra-Maria Dallinger, Georg Hofer und Bernhard Judex kuratiert und von Viktoria Schlögl gestaltet. Zum Abschluss der Ausstellung erscheint ein Begleitband mit Abbildungen und Kommentaren.

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 28. Oktober 2014, 19.00 Uhr
Dauer der Ausstellung: 29.Oktober 2014 - 17. März 2015

Finissage: Dienstag, 17. März 2015, 19.30 Uhr
Öffnungszeiten: täglich, außer Montag, 10 - 15 Uhr

StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 4020 Linz
Tel.: 0043/(0)732/7720/11295, www.stifter-haus.at



Ausstellung "Heimat.Körper.Kunst - Richard Billinger und seine Archive"

gesammelt, gelesen, gewidmet Der oberösterreichische Schriftsteller Richard Billinger (1890-1965) lebt heute nur noch in den Archiven, obwohl seine Literatur einst die größte Verbreitung hatte. Während des Nazionalsozialismus war Billinger einer der erfolgreichsten Autoren des Landes. Seine Stücke erlebten ganze Aufführungsserien, und die gleichgeschaltete Presse präsentierte ihn über Jahre hinweg als Kraftlackel der Dichtung. Nach Billingers Bühnenstück „Der Gigant” setzte Veit Harlan den Film „Die Goldene Stadt” (1942) in Szene: den größten Kinoerfolg der Nazizeit, ein Farb-Melodram mit enormer Breitenwirkung.

Porträts zeigen den „Innviertler Dionysios” als monumentale Erscheinung: einen Mann, in dem sich das Oberösterreichische gleichsam ins Reichsdeutsche zu steigern vermochte. In Sammelalben, von seinen Verehrerinnen zusammengestellt, dokumentiert sich seine Wirkung. Vieles jedoch, ja fast alles an Richard Billinger hat zwei Seiten: eine Schauseite zur Öffentlichkeit hin und eine verborgene Seite dahinter. Dieser Doppelcharakter wird in der Ausstellung durchgängig umgesetzt. Vorne: sofort sichtbare Leitobjekte, die den Raum dominieren. Dahinter: versteckte Privaträume, in denen ein anderer Billinger sichtbar wird: seine mehr oder weniger verdeckt gelebte Homosexualität, die Unterstützung durch reiche Förderinnen, sein Einkommen, die Staffage seiner Person und die Maskenhaftigkeit seines Daseins. (Klaus Kastberger)

Die Ausstellung wurde von Klaus Kastberger kuratiert und von Gerhard Gutenberger gestaltet. Begleitend erscheint als Band eins ein Album mit ausgewählten Nachlass-Materialien. Die Ergebnisse eines von Daniela Strigl und Klaus Kastberger konzipierten Symposiums, das von 17. bis 18. Oktober 2013 im StifterHaus stattfindet, erscheinen 2014 als Band zwei der begleitenden Publikation.

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 15. Oktober 2013, 19.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 16. Oktober 2013 bis 7. September 2014
Öffnungszeiten: täglich, außer Montag, von 10 bis 15 Uhr


"Praha - Prag 1900-1945". Literaturstadt zweier Sprachen, vieler Mittler

Ausstellung Eine Ausstellung des Adalbert Stifter Vereins München in Zusammenarbeit mit dem Museum Tschechischer Literatur in Prag

Prag wird zumeist als Stadt beschrieben, deren national gemischte Bevölkerung in stark voneinander geschiedenen Gruppen lebte, welche wenige Berührungspunkte hatten. Notiz habe man voneinander eher dann genommen, wenn die Angehörigen der anderen Nationalität störten oder provozierend auftraten, wie etwa beim berühmten Grabenbummel der Deutschen oder bei nationalen Manifestationen der Tschechen auf der Ferdinandstraße.

Diese Vorstellung mag zum großen Teil der damaligen Realität entsprechen. Es sollte aber nicht außer Acht gelassen werden, dass es unter den beiden Sprachgruppen auch viele Gemeinsamkeiten, Überschneidungen und Wechselwirkungen gab. Einen Aspekt dieser Tatsache rückt der Adalbert Stifter Verein mit seiner Ausstellung in den Blick, die gemeinsam mit renommierten Literaturwissenschaftlern aus Tschechien, Österreich und Deutschland und in Zusammenarbeit mit dem Museum Tschechischer Literatur in Prag erarbeitet wurde.

Die Ausstellung ist Personen gewidmet, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Mittler zwischen den beiden Sprachkulturen der Stadt auftraten und mit Zeitungsartikeln, Literaturübersetzungen und weiteren Aktivitäten die deutschsprachige und tschechischsprachige kulturelle Szene miteinander verknüpften. Den zeitlichen Hintergrund bildet die spannungsvolle Geschichte Prags von der Zugehörigkeit zur Donaumonarchie über die Jahre der Ersten Tschechoslowakischen Republik bis zum Protektorat Böhmen und Mähren. (Adalbert Stifter Verein München)

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 29. Jänner 2013, 19.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 30. Jänner bis 15. September 2013
Öffnungszeiten: täglich, außer Montag, 10 bis 15 Uhr


unterwegs! – in der Jugendliteratur

Die Welt der Jugendliteratur ist groß, vielfältig und eine Reise wert!

Das Motiv der Reise steht in der vom Institut für Jugendliteratur konzipierten Ausstellung „Unterwegs” im Mittelpunkt: Die Fahrt in den Urlaub oder zu einem Musikfestival, Wanderungen in der eigenen Stadt ebenso wie erzwungene Reisen der Flucht oder Migration; Fahrten, in denen sich jugendliche Identitätssuche widerspiegelt, finden sich genauso wie das Durchstreifen phantastischer Welten. Unterschiedliche Stimmungen - von unbeschwert sommerlicher Ausgelassenheit bis hin zur Wut und Trauer eines Vertriebenen - werden in Texten, Bildern und filmischen Umsetzungen eingefangen.

Über 60 Jugendbücher für LeserInnen ab 12 Jahren demonstrieren die Vielfalt und hohe Qualität der aktuellen deutschsprachigen Produktion, fünf Reise-Stationen laden mit Zitaten, Hörbeispielen und Videos dazu ein, sich auf Texte und Bücher einzulassen. Zum Nach- und Weiterlesen gibt es für die AusstellungsbesucherInnen kostenlos einen „literarischen Stadtplan”.

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 8.Mai 2012, 18 Uhr
Ausstellungsdauer: 9. Mai - 6. November 2012
Öffnungszeiten: täglich von 10.00 - 15.00 (außer Montag)





"Zwischen Alltagsleben und Poesie". Präsentation aus den Sammlungen des OÖ. Literaturarchivs im StifterHaus

unterwegs! – in der Jugendliteratur Archivstücke, seien es Objekte oder Papier-Materalien, erzählen Geschichten oder werfen umgekehrt Fragen auf, - nicht alle können beantwortet werden.

In den im OÖ. Literaturarchiv im StifterHaus betreuten Nachlässen finden sich neben Lebensdokumenten (wie Zeugnissen, Geburtsurkunden und vielem anderen mehr), Werkmanuskripten und Korrespondenzen, verschiedenste Sammlungen, vieles davon wurde liebevoll zusammengetragen, etliches scheint zwischen anderem vergessen worden zu sein oder ist einfach „daruntergeraten”.

An Beispielen möchte die Präsentation aus den Beständen zeigen, welche biographische Verbindungen, komplexe Bezugssysteme, berührende Erinnerungen Archive in sich tragen.

Leben und Schreiben, eng ineinander verwoben: Von den Anfängen „in der Schule”, den ersten ernsthaften literarischen Versuchen, dem Sich-Wenden an renommierte Autorinnen und Autoren, vom eigentlichen, oft mühseligen Schreiben beziehungsweise auch von dem, was dem Schreiben hinderlich sein kann, von Ökonomischem, von Gefährtinnen und Gefährten aller Art und schließlich von Ruhm, Nachruhm und Gedenken zeugen ganz unterschiedliche Stücke, die es in dieser kleinen Auswahl zu entdecken gilt.

Zusammengestellt und kommentiert von: Dr. Petra-Maria Dallinger, Mag. Georg Hofer, Dr. Regina Pintar, gestaltet von: Viktoria Schlögl

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 1. Dezember 2011, 19.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 2. Dezember 2011 - 20. März 2012
Öffnungszeiten: täglich, außer Montag, 10 - 15 Uhr





"Die Natur ist ein ernster Gegenstand." Stifter. Haushofer. Bernhard

Natur im literarischen Werk Thomas Bernhards, Marlen Haushofers und Adalbert Stifters, ihre Darstellung, Gestaltung und Bedeutung ist Thema einer Ausstellung, die an dreizehn Stationen eine Auswahl von Zitaten präsentiert. Ein vielfältiges, widersprüchliches, oft überraschendes Angebot an Möglichkeiten im Umgang mit dem Phänomen Natur - und eine Einladung zu Ausflügen in literarische Räume. Ausgewählt und zusammengestellt von Petra-Maria Dallinger, Manfred Mittermayer, Regina Pintar und Daniela Strigl, gestaltet von Peter Karlhuber.

Der gleichnamige Katalog, herausgegeben vom Kuratorenteam, bringt umfassendes Textmaterial und ist reich bebildert. Erhältlich im Buchhandel oder direkt im StifterHaus:
ISBN 978-3-900424-93-0, 200 Seiten, Preis: Euro 17,--

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 10. Mai 2011, 19.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 11. Mai bis 22. November 2011
Öffnungszeiten: täglich außer Montag 10 bis 15 Uhr



"gedichtet/gezeichnet". dichter und künstler im dialog. die sammlung hartmann

Eine Ausstellung des Franz-Michael-Felder-Archivs der Vorarlberger Landesbibliothek

Die Sammlung Hartmann

Brigitte und Gerhard Hartmann besitzen eine der größten Sammlungen zeitgenössischer Grafik im deutschsprachigen Raum. Seit einigen Jahren bauen sie gezielt und mit großem Geschick eine neue, spezielle Sammlung auf, die handschriftliche Texte mit bildnerischen Arbeiten verknüpft.

Im Zentrum der Sammlung steht das Interesse am Dialog von Handschrift und Bild. Handschriftliche Texte werden in bildnerische Arbeiten überführt. Bildnerische Arbeiten kommentieren handschriftliche Texte. Es entsteht ein Spiel aus Bildern und Formen, Zeichen und Symbolen. Beim Betrachten machen wir einzigartige Erfahrungen zwischen Bildlichkeit und Schriftlichkeit: Die Schrift erscheint als Bild, das Bild als Schrift.

Die so entstandenen Kombinationen stellen Fragen: Wie wichtig ist der Sinn eines Gedichts, der sich jenseits der sprachlichen Materialität ansiedelt? Kann man den Sinn eines literarischen Texts in ein anderes Medium überführen? Hilft das Bild, den literarischen Text zu verstehen? Welche Erfahrungen kann man beim Betrachten eines handschriftlichen Blattes machen? Wie stark verengt typografische Reproduktion überhaupt den Sinn von Schrift? Entsteht bei der Betrachtung des gedichteten und gezeichneten Blattes ein imaginäres drittes, ein neuer Sinn, eine neue ästhetische Erfahrung, die weder das Bild noch der Text allein erzeugen kann?

Die Sammlung wird im Franz-Michael-Felder-Archiv der Vorarlberger Landesbibliothek verwahrt und dort von Dr. Jürgen Thaler, dem Kurator der Ausstellung im Stifter-Haus, betreut.

Insgesamt zeigt die Ausstellung in 25 künstlerischen Dialogen die faszinierenden Bezugsmöglichkeiten von Schrift und Bild. Die Ausstellung lässt uns eine in dieser Form einmalige ästhetische Erfahrung von Wort und Bild machen.

Im Stifter-Haus werden handschriftliche Blätter und bildende Arbeiten von folgenden Autor/-innen und Künstler/-innen gezeigt:

Kurt Bracharz, Wolfgang Hermann, Christian Futscher, C.W. Aigner; Ingo Springenschmid, Michael Krüger, Alissa Walser, Christian Geismayr, Martin Walser, Arno Geiger, Reinhard Kaiser-Mühlecker, Fabjan Hafner, Ulrike Draesner, Peter Härtling, Günter Kunert, Reiner Kunze, Friederike Mayröcker, Fritz Sauter, Walle Sayer, Yoko Tawada, Uljana Wolf, Ulrich Hachulla, Rupert Gredler, Jürgen Brodwolf, Angelika Arendt, Wolfgang Stifter, Uwe Schloen, Madeleine Heublein, Karlheinz Kramer, Setsuko Ikai, Wolfgang Giessler, Michaela Spiegel, Fritz Klier, Wolfgang Seierl, Meike Staats, Susanne Theumer und Eva Menasse.

Die Sammlung, die ständig erweitert wird, umfasst insgesamt Arbeiten von ca. 100 Schriftsteller/-innen und Künstler/-innen.
Teile der Sammlung wurden bislang in Karlsruhe, Bregenz und Heilbronn gezeigt. Weitere Stationen sind - nach Linz - Wien, Gaienhofen (Hermann-Hesse-Museum) und Bregenz.

Ausstellungsdauer: 10. Dezember 2010 bis 20. März 2011, Dienstag bis Sonntag, 10 bis 15 Uhr
Geschlossen am 24.12., 25.12., 31.12. und 1.1.



"Ich möchte wissen, wo ich hingekommen bin!" Marlen Haushofer (1920-1970)

Marlen Haushofer erzählt in ihren Werken von der Fremdheit zwischen den Geschlechtern, vom Leben in mehreren Welten, „die durch Abgründe getrennt sind”, von Orten der Isolation und Abgeschiedenheit.

Die Ausstellung zeigt die Verschränkung von eigenen Erfahrungen und gesellschaftlichen Mentalitäten der Wiederaufbaujahre in Marlen Haushofers Erzählungen, Romanen und Kinderbüchern, die von der Spannung zwischen beruhigter Oberfläche und unheimlichem Untergrund gekennzeichnet sind. „Die Wand” ist nicht nur der Titel ihres Hauptwerks, sondern bestimmt als zentrales Bild für weibliche Entfremdung ihr Gesamtwerk.

Die Ausstellung wurde von Christa Gürtler kuratiert und von Viktoria Schlögl gestaltet.

Das gleichnamige Begleitbuch, herausgegeben von Christa Gürtler, mit Beiträgen u.a. von Anna Mitgutsch, Evelyne Polt-Heinzl, Daniela Strigl, Liliane Studer und literarischen Stimmen von Erwin Einzinger bis Linda Stift ist im Buchhandel erhältlich oder direkt im StifterHaus zu bestellen: ISBN 978-3-900424-81-7, 208 Seiten, Preis: € 19,00.

Ausstellungseröffnung: 12. April 2010, 19.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 13. April bis 16. November 2010
Öffnungszeiten: täglich außer Montag 10 bis 15 Uhr


"atasonglessepa". Witold Gombrovics: Ferdydurke

Ausstellungsprojekt von uns und *nextext - Jugend im StifterHaus:
Hubert Ebenberger, Grzegorz Kielawski, Andreas Obermayr, Birgit Petri, Marlene Rutzendorfer, Magdalena Steinleitner, Esther Strauß, Rudolf Stüger, Lucia Übleis, Stefan Wirnsperger

Zu unserem Projekt:

Eine für uns zentrale Besonderheit dieses Ausstellungsprojekts besteht darin, dass die teilnehmenden KünstlerInnen über das Entwickeln künstlerischer Arbeiten hinaus, auch Funktionen wie das Kuratieren der Ausstellung, das Erarbeiten und Umsetzen einer Ausstellungsarchitektur, die Entwicklung, Erarbeitung und Herausgabe eines Ausstellungskatalogs und die Organisation des Eröffnungsabends selber übernommen und (in vielen Arbeitsstunden und -tagen) durchgeführt haben.

Und dies alles in einem kontinuierlich (über annähernd ein Jahr hinweg) geführten Aushandlungsprozess, der immer alle 10 teilnehmenden Personen umfasste, und dem von uns bewusst basisdemokratische egalitäre Aushandlungsstrukturen zugrunde gelegt wurden.

Inhaltliches Ausgangsmaterial für unser künstlerisches Arbeiten war der Roman „Ferdydurke” des polnischen Autors Witold Gombrowicz (Fischerverlag 2004, Frankfurt/Main). Und wie sich in weiterer Konsequenz immer mehr herausstellte, waren zentrale Themen dieses Romans auch prägend für diverse Vorgehensweisen in unserem Arbeitsprozess und Anlass für intensive Diskussionen. Etwa die Frage nach individuellen Gründen und Motivationen für Kunstproduktion grundsätzlich und die eigene Positionierung innerhalb eines bestehenden Kunst- und Kulturbetriebes. Hier verweise ich insbesondere auf das Kapitel „Vorwort zu Philidor mit Kind durchsetzt” (Gombrowicz 2004: 82-105). „Ferdydurke” setzt sich explizit mit gesellschaftlichen Zwängen und Machtstrukturen auf unterschiedlichen Ebenen - und speziell auch im Kunstkontext - auseinander.

Die Art und Weise wie Gombrowicz diese Machtausübung thematisiert und kritisiert, fanden wir spannend und sie war ausschlaggebend für die von uns gewählten Strukturen der Zusammenarbeit und Entscheidungsfindungsprozesse in unserer Gruppe.

Ausstellungseröffnung: 23. Februar 2010, 19.30 Uhr
Dauer der Ausstellung: 24. Februar 2010 - 28. März 2010, täglich, außer Montag, 10-15 Uhr



Werkschau Peter Handke. Manuskripte und Fotos aus fünf Jahrzehnten

Eine Ausstellung des Österreichischen Literaturarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek in Kooperation mit der Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur im Literaturhaus Wien, dem Stefan Zweig Centre Salzburg und dem StifterHaus, Linz

In acht Kapitel gegliedert zeigt die von Klaus Kastberger und Katharina Pektor kuratierte Ausstellung Werkmaterialien und Fotos aus fünf Jahrzehnten und gibt damit einen Blick in die Werkstatt des Autors frei. Als frühestes Zeugnis ist ein Schulaufsatz des 14-jährigen Peter Handke mit dem Titel „Meine Füllfeder” zu sehen.

Die Exponate der Ausstellung entstammen dem Ende 2007 angekauften Vorlass Peter Handkes am Österreichischen Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek sowie der Sammlung Peter Handke von Hans Widrich, die sich seit Mai 2009 als Leihgabe am Österreichischen Literaturarchiv befindet.

Katalog: Begleitend zur Ausstellung erscheint in der Reihe Profile. Magazin des Österreichischen Literaturarchivs der Band: Klaus Kastberger (Hg.): Peter Handke: Freiheit des Schreibens - Ordnung der Schrift, Zsolnay 2009, 352 Seiten, ISBN: 3-552-05476-6 und 978-3-552-05476-9, EUR 22,10

Ausstellungseröffnung: 9. Dezember. 2009, 19.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 10. Dezember. 2009 - 9. Februar 2010, täglich, außer Montag, 10-15 Uhr


"Nur durchgereist - Linz 09 Minuten Aufenthalt"

Werkschau Peter Handke. Manuskripte und Fotos aus fünf Jahrzehnten Eine Ausstellung im StifterHaus in Kooperation mit Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas

Linz als verkehrstechnischer „Mittelpunkt Europas” - da finden Reisende schnell Anschluss. Doch auch kurze Begegnungen hinterlassen Eindrücke, Erinnerungen oder gar Spuren im Werk.

In stilisierten Reise-Coupés „sitzen” berühmte Passagiere aus mehreren Jahrhunderten: die arrangierten Objekte und Bilder erzählen von ihren Linz-Aufenthalten und ergeben eine kleine Geschichte der europäischen Reisekultur.

Die Passagierliste ist bunt gemischt, denn: „Der Zufall ist der Gott der Reisenden” (Friedrich Hebbel). Und so reist Hans Christian Andersen mit Robert Musil, Herbert Achternbusch mit Theodor Herzl; Nikolaus Lenau, Johann Nestroy oder Frances Trollope kommen auf dem Wasserweg, Franz Grillparzer mit der Kutsche; Wilhelm Raabe lobt die Linzer Hotels, Karl Kraus und Helmut Qualtinger sind auf Lesereise, Hofmannsthal und Schnitzler stiegen mitunter aus, Thomas Mann und Mark Twain hingegen nie. ...

Die Ausstellung wurde von Evelyne Polt-Heinzl kuratiert und von Peter Karlhuber gestaltet. Dazu erscheint ein von Polt-Heinzl verfasstes Begleitbuch mit gleichnamigem Titel, im Buchhandel erhältlich oder direkt im StifterHaus zu bestellen:
ISBN 978-3-900424-74-9, 208 Seiten, Preis: € 17,--

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 28. April 2009, 19.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 29. April bis 12. November 2009
Öffnungszeiten: Di, Mi 10-15 Uhr und Do bis So 10-18 Uhr





"Werkschau Georg Jappe"

Ausstellung im Rahmen des Festivals "Für die Beweglichkeit". Tage der Poesie

Zur Ausstellung:
Mit der Ausstellung „Werkschau Georg Jappe” ist es nicht nur gelungen, erstmals in Österreich eine Personalausstellung dieses einmaligen spartenübergreifenden „Poeten” (1936-2007) zu präsentieren, sondern darüber hinaus ein Werk, das exemplarisch zwischen den Künsten siedelt. „Unter allen visuellen Poeten steht Georg Jappe der Bildenden Kunst am nächsten”, schreibt Manfred Schneckenburger, einer der wichtigsten deutschen Kunstkritiker (er leitete u.a. 1977 und 1987 die documenta in Kassel), der bei der Eröffnung eine Rede halten wird zu Georg Jappes Werk, das in dieser Doppel-Ausstellung in der Künstlervereinigung MAERZ und im StifterHaus in seiner ganzen Bandbreite vorgestellt wird.

Ausstellungsdauer: 1. April 2009 - 19. April 2009
Öffnungszeiten StifterHaus: täglich außer Mo 10 bis 15 Uhr
Öffnungszeiten MAERZ: täglich außer Mo 12 bis 17 Uhr



Stifter-Kontexte / Zum Gebrauchswert eines Klassikers

Eine vom Adalbert Stifter Verein München initiierte und von Dr. Ulrich Dittmann konzipierte Ausstellung (für das StifterHaus überarbeitet und neu gestaltet).

Künstlermythen und Dichterbilder unterliegen wechselnden Moden, ebenso Interpretationen und Wertungen eines Werkes. Den sich verändernden Umgang mit dem Werk, der Person und dem Namen des Dichters Adalbert Stifter thematisierte eine anlässlich des 200. Geburtstages 2005 vom Stifter Verein München initiierte und von Dr. Ulrich Dittmann konzipierte Ausstellung, die nun, inhaltlich überarbeitet und vollkommen neu gestaltet im Stifterhaus präsentiert wird - und so gewissermaßen ins Kulturhauptstadtjahr Linz 09 begleitet.

Der gleichnamige Katalog, herausgegeben von Dr. Ulrich Dittmann sowie der Gedichtband "Verstreuter Lorbeer für Adalbert Stifter. 36 Gedichte zu Stifters Ehren & ein Clerihew" sind im Buchhandel erhältlich oder direkt unter office@stifter-haus.at, Tel.: 0043/(0)732/7720/11295 zu bestellen.
Katalog: ISBN: 3-9808097-6-5 Euro: 10,-
Gedichtband: ISBN: 978-3-900424-72-5 Euro: 8,-

Ausstellungseröfnung: Montag, 17. November 2008, 19.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 18. November 2008 - 18. Februar 2009 täglich außer Montag 10-15 Uhr
Die Dauer der Ausstellung "Stifter-Kontexte / Zum Gebrauchswert eines Klassikers" ist bis 10. März 2009 verlängert!



Arthur Schnitzler - Affairen und Affekte

Stifter-Kontexte / Zum Gebrauchswert eines Klassikers Eine Ausstellung des Österreichischen Theatermuseums in Kooperation mit der Arthur Schnitzler-Gesellschaft

Um Affairen und Affekte geht es nicht nur im Werk Arthur Schnitzlers, sie begleiten auch dessen Wirkungsgeschichte.

Drei bekannte Werke Schnitzlers sind dafür beispielhaft. Der Reigen, geschrieben 1896/97, und die beiden Monolognovellen Lieutenant Gustl (1900) und Fräulein Else (1924): Ein Karussell erotischer Begegnungen, ein verstörter junger Mann und ein bedrängtes Fräulein. Die Ausstellung macht diese Erzählwelten durchlässig und eröffnet intime Einblicke in die Kultur und Mentalitätsgeschichte.

Es beginnt - ohne Vorspiel - mit Schnitzlers mechanistisch gefügtem „Liebesreigen”. Quer durch die Gesellschaftsschichten führt er nach einander zehn Paare zum Liebesakt zusammen. Verborgen hinter den Gedankenstrichen am „Höhepunkt” der Szenen, zeigt das Stück Sexualität als zentrale Triebkraft. Die Verkettung der Paarkonstellationen entwirft auch das Modell einer lückenlosen Ansteckung - es beginnt und endet bei der Prostituierten. Die Ausstellung inszeniert das Stück und die heftigen Reaktionen darauf als Sittenbild einer Epoche.

„Fräulein Else” präsentiert sich in der Ausstellung im Hotelambiente, mit Themenfenstern zur prekären Situation der jungen Frau in der bürgerlichen Gesellschaft der Jahrhundertwende. Im Grandhotel als Gast der reichen Tante wird die 19-jährige Else konfrontiert mit der herrschenden Doppelmoral und kann in dieser Welt ihren Ort nicht finden. Wie Kleider probiert sie Rollen an, die in der Ausstellung eine Revue sozialer Zuschreibungen und künstlerischer Inszenierungen des Frauenbildes ergeben. Ob „sporting girl”, reiche Gattin oder Edelhure, für Else, zum Tauschobjekt degradierte Tochter eines Defraudanten, enden alle Hotelwege beim erotisch aufgeladenen Thema: die Frau und das Geld. Und von hier führt eine Verbindung zur Entstehungszeit der Novelle in den 20er Jahren, als Inflation, Nackttänze und Revuegirls die Gemüter bewegten.

Ein atmosphärischer Hörraum inszeniert schließlich die Gedankenwelt des jungen Leutnant Gustl, der durch das nächtliche Wien wandert. Hörinseln und assoziative Bildwerte führen in Gustls „Kopfraum”, mit all seinen Widersprüchen, Hohlheiten und unfreiwilligen Geständnissen. Gustls Konflikt mit seinem Ehrbegriff ist die Analyse eines spezifischen Milieus und Männerbildes um 1900; für Schnitzler selbst endete die „Affaire” mit der Aberkennung seines Offiziersrangs.

Konzept: Dr. Evelyne Polt-Heinzl und Dr. Gisela Steinlechner
Gestaltung: Mag. Peter Karlhuber

Katalog zur Ausstellung: „Arthur Schnitzler - Affairen und Affekte” (Verlag Christian Brandtsätter), hg. von Evelyne Polt-Heinzl und Gisela Steinlechner, erhältlich im Buchhandel (während der Ausstellunsgdauer auch im StifterHaus), Preis € 26.

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 24. Juni 2008
Ausstellungsdauer: 25. Juni bis 22. August 2008
Öffnungszeiten: täglich außer Montag von 10 bis 15 Uhr






DONAU.VERZWEIGT - Schreiben unter und nach dem Nationalsozialismus. Franz Tumler und Arnolt Bronnen

Arthur Schnitzler - Affairen und Affekte Wie schreibt man nach 1945, hat man sich auf den restriktiven Literaturbetrieb des Nationalsozialismus eingelassen?

An den Beispielen Franz Tumler und Arnolt Bronnen sollen Schreibentwicklungen und ihre Kontinuitäten und Brüche von 1933 bis 1955 gezeigt werden. Zentrale Themen dieses Teitraums sin in Oberösterreich bzw. im Gau "Oberdonau" Adalbert Stifter und die Donau, die auch im Mittelpunkt der Ausstellung stehen.

Ausschnitte aus Franz Tumlers Buch "Sätze von der Donau" sowie aus Arnolt Bronnens Werk "Die Donauflut" werden in Bezug gesetzt zu Texten anderer Autoren wie Arthur Fischer-Colbrie, Julius Zerzer, aber auch Franz Kain und Herbert Eisenreich. Bronnens und Tumlers Wege führen um 1950 nach Berlin, sie führen zu "Verzweigungen" im Schreiben.

Der gleichnamige Katalog mit Beiträgen von Friedbert Aspetsberger, Helga Ebner, Markus Ender, Barbara Hoiß, Johann Holzner, Kerstin Mayr und Wolfgang Wiesmüller ist im Buchhandel erhältlich oder direkt über Tel.: 0043/(0)732/7720/11295 und Fax 0043/(0)/7720/11780
E-Mail:office@stifter-haus.at
ISBN: 978-3-900424-68-8 € 17.-

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 26. Februar 2008, 19.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 27. Februar - 3. Juni 2008, täglich außer Montag 10-15 Uhr


„KLONK! Streifzug durch Literaturwelten für Kinder und Erwachsene“

DONAU.VERZWEIGT - Schreiben unter und nach dem Nationalsozialismus. Franz Tumler und Arnolt Bronnen Ausstellung / Werk- und Erfahrungsraum zum Thema Kinderliteratur.
Für Kinder und Erwachsene

Hier kann man Geschichten anhören, Worträtsel und Anagramme ausprobieren, lesend und schreibend eintauchen in eine bunte Welt der Märchen, Comics, Abenteuergeschichten.
Spielerisch und selbsttätig wird erfahrbar, wie Texte entstehen. Die klassischen HeldInnen der Kinderliteratur (von Max und Moritz bis Pippi Langstrumpf) winken als Leitfiguren am Horizont.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, herausgegeben von Nicole Kalteis und Lisa Kollmer mit Beiträgen von Wolfgang Müller-Funk, Christa Tuczay, Gundel Mattenklott, Ernst Seibert, Renate Habinger, Adelheid Dahimène, Robert Buchschwenter, Hannes Schweiger, Bettina Wegenast, Beate Hochholdinger-Reiterer, Nicole Kalteis, Lisa Kollmer, Heidi Lexe und Kathrin Wexberg. Der Katalog ist im Buchhandel erhältlich oder direkt unter:
office@stifter-haus.at, Tel +43/(0)732/7720-11295 und Fax +43/(0)732/7720-11780 zu bestellen: ISBN: 978-3-900424-62-6, Euro 18,90. Zusätzlich erscheint ein Kinderausstellungsbegleiter zum Preis von Euro 2,00

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 8. Mai 2007, 19.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 9. Mai - 9. Oktober 2007, täglich außer Momtag 10-15 Uhr und nach Voranmeldung (für Gruppen)


Wassersprachen: Flüssigtexte aus Österreich

„KLONK! Streifzug durch Literaturwelten für Kinder und Erwachsene“ In einer aufsehenerregenden „Flussarchitektur” zeigt die Ausstellung die verschiedenen Gebrauchsweisen, die die heimische Literatur - von Robert Musil, Ödön von Horvath, Heimito von Doderer bis hin zu Ernst Jandl, Friederike Mayröcker und Elfriede Jelinek - von der mannigfaltigen Vorstellungswelt Wasser macht. Gerahmt ist die von Klaus Kastberger kuratierte und Peter Karlhuber gestaltete Schau von einer kleinen Kulturgeschichte des Wassers.

Der gleichnamige Katalog mit Beiträgen u.a. von Elisabeth Bronfen, Annegret Pelz, Wendelin Schmidt-Dengler, Alexander Honold und Walter Fanta sowie literarischen Wasser-Texten von Ilse Aichinger bis Josef Winkler ist im Buchhandel erhältlich oder direkt unter office@stifter-haus.at, Tel. 43/732/7720/11295 und Fax 43/732/7720/11780 zu bestellen: ISBN 3-900424-54-3 bzw. ISBN 978-900424-54-1,
Euro 24,90

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 7. November 2006, 19.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 8. November 2006 - 18. März 2007
(täglich außer Montag 10 - 15 Uhr)





Enrica von Handel-Mazzetti: "und küsse Ihre Busipfötchen". Ein Leben in Briefen

Wassersprachen: Flüssigtexte aus Österreich Das Leben von Enrica von Handel-Mazzetti verlief nach außen hin unspektakulär und scheinbar kaum beeinflusst von den umfassenden kulturellen, technischen und politischen Veränderungen der Zeit. In bewusster Distanz zum sozialen Umfeld wurde die Welt mehr und mehr im Gott begnadeten Schreiben wahrgenommen und strukturiert, Freundschaft und Nähe fast ausschließlich in einer Vielzahl von Briefwechseln gelebt.

Die Verfasserin vorwiegend historischer Romane und Novellen - ehemals umstritten, erfolgreich, gefeiert und verehrt - stirbt 1955 in Linz beinahe vergessen, ihr Bild hatte bereits zu Lebzeiten begonnen zu verblassen.

Die Ausstellung gibt anhand ausgewählter Beispiele aus dem umfangreichen Nachlass Einblick in den Entwurf eines Künstlermythos zwischen Selbststilisierung und -archivierung.

Zentrale Briefbeziehungen werden im Kontext von Biographie und Werk aufgearbeitet und dargestellt.

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 29. November 2005, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 30. November 2005 - 23. März 2006, täglich außer Montag 10-15 Uhr


"Kein Wesen wird so hülflos geboren als der Mensch". Adalbert Stifter als Pädagoge

Enrica von Handel-Mazzetti: Das Thema Bildung prägt Stifters Werk geradezu leitmotivartig. Die Revolution 1848 ist dabei ein wichtiger Wendepunkt in Stifters Denken. Die Frage „Was ist und was vermag der Mensch?” zieht bei Stifter oft die Frage nach den Möglichkeiten der Bildung und der Selbstbildung nach sich. Das beginnt bereits mit der frühen Erzählung „Das Haidedorf”, setzt sich u. a. fort im „Waldgänger” und in „Kalkstein” und endet in den bildungsphilosophischen Konstrukten des Spätwerks („Der Waldbrunnen”, „Der Nachsommer”). Mit seiner Vorstellung vom gebildeten Menschen steht Stifter einerseits in der humanistischen Tradition (vor allem von Herder), andererseits berücksichtigt er auch konkrete Anforderungen seiner Zeit: So etwa die naturwissenschaftliche Bildung und auch einige Sichtweisen, die auf Rosseau zurückgehen und später von der so genannten ”Reformpädagogik” im Zeichen einer Individualisierung des Lernens wieder aufgegriffen wurden.

Stifters Bildungsbegriff war sehr umfassend, die „Schule des Lebens” findet darin ebenso Berücksichtigung wie die Schulen im eigentlichen Sinne und die Kunst als Bildungsinstrument.

Als Landesschulinspektor für Volksschulen war Stifter ab 1850 ganz konkret konfrontiert mit dem reformbedürftigen Schulsystem seiner Zeit, mit der unzureichenden Ausbildung und Bezahlung der Lehrer sowie mit den teilweise katastrophalen baulichen Zuständen der Schulgebäude.

Die Ausstellung geht all diesen Aspekten und Ansätzen bei Stifter nach und stellt sie den heute herrschenden Bildungskonzepten gegenüber.

Ausstellungskonzept: Regina Pintar, Christian Schacherreiter
Zur Ausstellung erscheint als Band 16 der Reihe "Literatur im StifterHaus" eine Publikation (hg. von Regina Pintar und Christian Schacherreiter).

Ausstellungseröffnung: 19. April 2005, 19.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 20. April bis 26. Oktober 2005
Öffnungszeiten: Di bis So von 10 bis 15 Uhr



IMPRESSUM © 2016 Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich / StifterHaus – Literatur und Sprache in OÖ.
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