Grundbücher der österreichischen Literatur seit 1945
28.11.17 19:30 Uhr - 21:15 Uhr
ROBERT MENASSE: „Die Vertreibung aus der Hölle. Roman” (Suhrkamp Verlag)
Lesung mit dem Autor

Referat: KONRAD PAUL LIESSMANN

Moderation: KLAUS KASTBERGER

Ein Gemeinschaftsprojekt der Alten Schmiede, Wien, des StifterHauses, Linz und des Literaturhauses Graz


„Robert Menasses Roman ,Die Vertreibung aus der Hölle’, erschienen im Jahr 2001, gehört zu jenen Grundbüchern der österreichischen Literatur, die formal und thematisch das Österreichische gleichermaßen konstituieren und sprengen. Der Text changiert souverän zwischen drei Erzählebenen, die das ausgehende 20. Jahrhundert, die österreichische Nachkriegszeit bis in die 70er Jahre und die jüdische Diaspora des 17. Jahrhunderts umfassen. Zwischen den Protagonisten, dem österreichischen Historiker Viktor Abravanel und dem portugiesisch-niederländischen Rabbiner Samuel Manasseh ben Israel, liegt jene historische Distanz, die gleichwohl die innersten Zusammenhänge der erinnerten Geschichte imstande ist freizulegen. Die zentralen Fragen unserer Zeit, das Wechselspiel von Heimat und Vertreibung, Erinnern und Vergessen, Flucht und Wiederkehr, Kontinuität und Abkehr erfahren in diesem Roman eine ebenso erschütternde, philosophisch gesättigte, wie mitunter aber auch groteske poetische Konkretion.”(Konrad Paul Liessmann)

ROBERT MENASSE, geboren 1954 in Wien, Studium der Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft, seit 1988 freiberuflicher Publizist, lebt in Wien. Zuletzt erschienen: „Das war Österreich”, Gesammelte Essays zum Land ohne Eigenschaften, 2005; „Die Zerstörung der Welt als Wille und Vorstellung”, Frankfurter Poetikvorlesungen, 2006; „Don Juan de la Mancha oder die Erziehung der Lust”, Roman, 2007; „Permanente Revolution der Begriffe”, Vorträge zur Kritik der Abklärung, 2009; „Ich kann jeder sagen”, Erzählungen vom Ende der Nachkriegsordnung, 2009; „Der europäische Landbote”, 2012; „Dr. Höchst. Ein Faust-Spiel”, 2013; „Die Hauptstadt”, Roman, 2017, (wofür er den Deutschen Buchpreis erhielt).

KONRAD PAUL LIESSMANN, geboren 1953 in Villach. Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie in Wien. Professor für Philosophie an der Universität Wien, Essayist, Literaturkritiker und Kulturpublizist. Demnächst erscheint: Bildung als Provokation, 2017.


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Autorinnenkreis Linz
30.11.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
Herbstlesung

RENATE PERFAHL
INGEBORG RAUCHBERGER
ERNST SCHMID
JUTA TANZER

Lesung mit den Autorinnen und dem Autor
Musik: JOHANNA WALL und VICI WALL

RENATE PERFAHL, geboren 1954, lebt in Linz. Veröffentlichung der Bildbände: „Café Traxlmayr”, Geschichte und Geschichten um das traditionsreiche Linzer Kaffeehaus, 1997; „Felix, ein Traunseeschwan”, (Der Höckerschwan, Cygnus Olor) 2003; „Wurzeln. Aus der Geschichte des Salzkammergutes”, 2008.

INGEBORG RAUCHBERGER, hat als Juristin Verhandlungen in aller Welt geführt und arbeitet nun als Verhandlungstrainerin, Vortragende und Autorin. Verfasserin der Erfolgstitels „Schlagfertig war gestern”, Börsenmedienverlag. Als Sophia Scheer stellt die begeisterte Linzerin ihre Heimat in den Mittelpunkt origineller Krimis.

ERNST SCHMID, geboren 1958 in Jenbach/Tirol, Kindheit und Jugend in Schärding. Ausbildung zum Hauptschullehrer in Linz. Wohnsitz Linz. Schreibt Lyrik und Prosa wie „Schattenernte” Gedichte, Kriminalromane wie „Kein Weg zurück”, „Das Himmelreich geht in die Luft”.

JUTA TANZER, geboren 1957 in Linz, Kindheit in Rohrbach, verwitwet, 2 Kinder.
Diplompädagogin in Steyr, Mag. Art. Schulbibliothekarin.


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Buch- und Verlagspräsentation Arovell Verlag
04.12.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
HANS NADERHIRN, Literaturmissbrauch. Erzählungen
IRMGARD PERFAHL, Wortkristalle. Gedichte 2012-2016
FRITZ POPP, Mehr als du glaubst. Satiren
CHRISTIAN WIESINGER, Die Rückseite des Mondes. Erzählung

Lesungen mit der Autorin und den Autoren

Moderation: SONJA JÄGER und PAUL JAEG


HANS NADERHIRN, geboren 1945 in Ulrichsberg. Schreibwerkstatt, Autorentätigkeit seit 1996, Publikationen in Zeitschriften und Anthologien. Langjährige Mitarbeit beim Literaturverein „Linzer Frühling”. Beschäftigt mit Heimatforschung. Buchveröffentlichung „Literaturmissbrauch”, Erzählungen, 2017.

IRMGARD PERFAHL, geboren 1921 in Birkfeld, Stmk. Germanistik-Studium, seit 1975 freie Schriftstellerin, schreibt Lyrik und Prosa, zahlreiche Buchveröffentlichungen, zuletzt „Wortkristalle”. Gedichte, 2017. Lebt in Leonding, OÖ.

FRITZ POPP, geboren 1957, lebt und arbeitet als Autor, Literaturvermittler und HAK- Lehrer in Salzburg, in Oberndorf und in Schwarzenberg am Böhmerwald. Schreibt Lyrik, Prosa und Kabarett-Texte; Textautor des Kabaretts „Salzburger AffrontTheater”; Sachbuchautor; zahlreiche Buchpublikationen und etliche Literaturpreise, zuletzt „MEHR als du glaubst”, Satiren, 2017.

CHRISTIAN WIESINGER, geboren 1961 in Vöcklabruck, lebt und arbeitet als Leiter für Jeux Dramatiques und Autor in seiner Wahlheimat St. Willibald. Zuletzt „Die Rückseite des Mondes”, Erzählung, 2017.


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VR/Ö/GL 2/19 - Vortragsreihe zur öeterreichischen Gegenwartsliteratur
05.12.17 14:00 Uhr - 18:00 Uhr
Vortrag

CHRISTIAN SCHACHERREITER: Von älteren Herren und jüngeren Männern. Neuestes von österreichischen Autoren

In Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich, Institut für Fortbildung AHS und RECC Deutsch an der PH Oberösterreich

Gibt es eine männliche Antwort auf das Fräuleinwunder in der österreichischen Literatur? Oder ist das Schreiben fiktionaler Literatur zu einem Reservat reiferer Herren und rüstiger Greise geworden? Der Referent sieht sich in der österreichischen Literatur der letzten Jahre um, durchforstet Neuerscheinungen und zeigt auf, wie fündig er dabei geworden ist.

CHRISTIAN SCHACHERREITER, geboren 1954 in Linz, Studium der Germanistik und Geschichte in Salzburg, Autor, Literaturkritiker und Kolumnist der „Oberösterreichischen Nachrichten”, Lehrbeauftragter für Literatur an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz, zahlreiche Veröffentlichungen.


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Buchpräsentationen
05.12.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
HERBERT SKLENKA, „Chamäleonhimmel. Roman”
FELIX WALLNER, „Der große Gstieß oder Warum man zwangsläufig vom Weg abkommt, wenn man Gutes tun will. Roman” (Müry Salzmann Verlag, Salzburg)

Lesung mit den Autoren

Moderation: KARIN FLEISCHANDERL


HERBERT SKLENKA, geboren 1958 in Linz, studierte Publizistik und Germanistik in Salzburg. Ab 1984 arbeitete er als Journalist, Redaktionsleiter und Moderator für den ORF. Er unternahm immer wieder ausgedehnte Reisen, unter anderem verbrachte er ein Jahr in Indien und vier Jahre in Westafrika, vor allem in Burkina Faso, Togo und dem Senegal.
Seit 2007 lebt er als freier Schriftsteller in Linz. Sein erster Roman ist 2011 im Piper Verlag erschienen.

Zum Buch:
„ ,Du musst in die Mitte eines Menschen schauen können, dann gehört er dir.’ Diese Erkenntnis ist das Einzige, was der stolze wie gewiefte Peul-Nomade Kamara seiner Tochter Bijou hinterlässt, ehe er von geprellten Dörflern erschlagen wird. Bijou, zum Waisenkind geworden, schließt sich einem Wanderzirkus an und zieht fortan mit der Kamelfrau, dem Hühnermann, dem Baumspringer und anderen merkwürdigen Gestalten durch die Ebenen am Südrand der Sahara …” (Verlagstext)

FELIX WALLNER, geboren 1957 in Wien, war weder in der Fremdenlegion noch ist er auf mehreren Kontinenten aufgewachsen, dafür Jurist in gehobener Position, lebt in Linz.
Veröffentlichungen in Zeitschriften (kolik, schreibkraft). 2005 erschien das satirische Märchen „Die Entführung des Pesenbaches”.

Zum Buch:
„Stellen Sie sich vor, aus heiterem Himmel ereilt Sie der Auftrag, Gutes zu tun. Ignorieren? Ablehnen? Annehmen? Zumindest es versuchen? Unser Ich-Erzähler entscheidet sich für Letzteres und macht sich auf den Weg. Gilt es schon als gute Tat, den Nachbarn durch den Hinweis auf eine brennende Lampe vor einer erhöhten Stromrechnung zu bewahren?
Auf seiner Mission begegnen ihm allerhand merkwürdige Gestalten: ein ehemaliger Steckerlfischbetreiber, die Würstelfrau Puppi, die Obdachlose Miss Lonely oder ein Wanderprediger, der den Rekord beim Mühlviertler Tarockcup hält. 24 Stunden später sind drei Frauen tot, eine vierte erfährt eine herbe Enttäuschung …” (Verlagstext)

KARIN FLEISCHANDERL, geboren 1960 in Steyr/OÖ, ist Übersetzerin italienischer und englischer Literatur (u. a. Gabriele d'Annunzio, Antonio Tabucchi, Pier Paolo Pasolini), Herausgeberin und Publizistin; Veröffentlichungen u. a.: „Zum Glück gibt’s Österreich” (Mit-Hg.), 2003; „Vom Verbot zum Verkauf”, Essays, 2010.


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Literatur/Geschichte/Wissenschaft um vier
12.12.17 16:00 Uhr - 17:00 Uhr
Buchpräsentation

ANTON-JOSEPH ILK: Die Unsterblichkeit der Wildfrauen (Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich, 2017)

Reihe Linzer Vorträge zur deutschen Sprache (35)

„Die vorliegende Publikation, die sowohl als populärwissenschaftliche Arbeit als auch als Lesebuch gedacht ist, strebt ein Zweifaches an: die Erhaltung der mündlich überlieferten Märchen, Sagen, Schwänke und Alltagserzählungen der sogenannten „Zipser” aus dem nordrumänischen Wassertal sowie die Konservierung ihrer mittelbairisch-oberösterreichischen Mundart, die heute nur noch von etwa 300 Bewohnern der Maramurescher Kleinstadt Oberwischau gesprochen wird.
Im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert wurde die Marmarosch, das drittgrößte ungarische Komitat der österreichisch-ungarischen Monarchie, von Kolonisten besiedelt, die vorwiegend aus dem oberösterreichischen Salzkammergut und aus der slowakischen Zips, einer deutschen Sprachinsel im östlichen Vorland der Hohen Tatra, kamen. Viele dieser Holzfachkräfte ließen sich im Wassertal mit dem Hauptort Oberwischau nieder, einem malerischen Gebiet, das heute zu den rumänischen Waldkarpaten gehört. Die Ansiedler haben aus ihren Herkunftsgebieten nicht nur Gottverbundenheit, Fleiß und Fachkenntnisse mitgebracht, sondern auch ein reiches Erzählgut, dessen überwiegenden Teil der Verfasser dieses Buches in einem Zeitraum von 40 Jahren aufgezeichnet hat und nun sowohl im authentischen Idiom der Holzfäller als auch in der Hochsprache vorlegt.” (Anton-Joseph Ilk)

ANTON-JOSEPH ILK wurde 1951 in Oberwischau (Vişeu de Sus / Rumänien) geboren. Nach dem Besuch der deutschen Allgemeinschule im Heimatort und der Römisch-katholischen Kantorenschule in Alba Iulia (Karlsburg) studierte er ebendort Theologie, wurde 1977 zum Priester geweiht, fungierte dann als Kaplan in Satu Mare (Sathmar) und später als Pfarrer in Baia Mare (Neustadt). 1998 kehrte Ilk in das Herkunftsland seiner Vorfahren zurück und wirkt seither als Seelsorger in der Diözese Linz. 2009 promovierte er an der Universität Wien in der Disziplin „Europäische Ethnologie / Volkskunde”. Das Forschungsgebiet von Anton-Joseph Ilk ist das Wassertal in den nordrumänischen Waldkarpaten. Zu diesem Thema publizierte er mehrere Bücher und Abhandlungen. Ilk ist Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde und im Arbeitskreis Karpatendeutscher Schriftsteller.



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Buchpräsentation
14.12.17 19:30 Uhr - 21:00 Uhr
PAULUS HOCHGATTERER: Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war (Deuticke Verlag, Wien))
Lesung mit dem Autor

Einführung: BERNHARD OBERREITHER

PAULUS HOCHGATTERER, geboren 1961 in Amstetten/Niederösterreich, lebt als Schriftsteller und Kinderpsychiater in Wien. Er erhielt diverse Preise und Auszeichnungen, zuletzt den Österreichischen Kunstpreis 2010. Bei Deuticke erschienen bisher: „Über die Chirurgie”, Roman, 1993, Neuauflage 2005; „Die Nystensche Regel”, Erzählungen, 1995; „Wildwasser”, Erzählung, 1997; „Caretta caretta”, Roman, 1999; „Über Raben”, Roman, 2002; „Eine kurze Geschichte vom Fliegenfischen”, Erzählung, 2003; „Die Süße des Lebens”, Roman, 2006; „Das Matratzenhaus”, Roman, 2010; „Katzen, Körper, Krieg der Knöpfe. Eine Poetik der Kindheit”, 2012 und „Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war”, Erzählung, 2017.

Zum Buch:
„Im Oktober 1944 taucht auf einem Bauernhof in Niederösterreich ein ungefähr dreizehnjähriges Mädchen auf, verstört und offenbar ohne Erinnerung. Nelli wird aufgenommen und wächst in die Familie hinein. Einige Monate später kommt eines Nachts ein junger Russe auf den Hof. Er hat nichts bei sich außer einer Leinwandrolle, die er hütet wie seinen Augapfel. Zwischen ihm und dem Mädchen entspinnt sich eine zarte Beziehung, die durch das Eintreffen einer Gruppe von Wehrmachtssoldaten jäh unterbrochen wird. Glanzvoll und fulminant erzählt Paulus Hochgatterer die Geschichte eines verschollenen Gemäldes - und von einem einfachen Mann, der zum Helden wird.” (Verlagstext)

BERNHARD OBERREITHER, geboren 1985 in Graz, studierte Germanistik, Anglistik und Kunstgeschichte in Graz und Wien. Literaturwissenschaftler am Institut für Germanistik der Universität Wien, Literaturkritiker für „Der Standard”, „Literatur und Kritik” u. a.


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IMPRESSUM © 2016 Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich / StifterHaus – Literatur und Sprache in OÖ.
Stichwörter zur oberösterreichischen Literaturgeschichte

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