Grundbücher der österreichischen Literatur seit 1945
HANNELORE VALENCAK, Das Fenster zum Sommer / Zuflucht hinter der Zeit. Roman (Wollzeilen Verlag 1967; Neuflagen im Zsolnay Verlag, 1977 und Residenz Verlag, 2006)

Kommentierte Lesung: CLEMENS J. SETZ
Referat: CHRISTA GÜRTLER
Moderation: KLAUS KASTBERGER

Ein Gemeinschaftsprojekt der Alten Schmiede, Wien, des StifterHauses, Linz, und des Literaturhauses, Graz
„Hannelore Valencak (1929-2004) zählt zu den wichtigen weiblichen literarischen Stimmen der Nachkriegsliteratur, auch wenn es bisher nicht gelungen ist, durch Neuauflagen ihre Wiederentdeckung einzuleiten. In ihrem Roman ,Das Fenster zum Sommer’ (1977, 2006) - erstmals 1967 unter dem Titel „Zuflucht hinter der Zeit” erschienen - entzaubert Valencak schonungs- und mitleidslos die stereotypen Glücksversprechen für Frauen in den 1950er- und 1960er Jahren. Was diesen Roman ,im Zeitalter der sexistischen Extreme’ (Falter) so aktuell erscheinen lässt, ist neben der lakonischen Beschreibung von Geschlechterverhältnissen seine raffinierte Erzählweise. Das Zurückspulen der Zeit vor ihre Heirat ermöglicht der Protagonistin einen Abschied von falschen Versprechungen und einen Ausblick auf eine unsichere und bisweilen bedrohliche Zukunft eines selbstbestimmten Lebens.” (Christa Gürtler)

HANNELORE VALENCAK, geboren 1929 in Donawitz, gestorben 2004 in Wien. Studium der Physik in Graz, Arbeit als Metallurgin in Kapfenberg; 1962 Umzug nach Wien, Arbeit als Patentsachbearbeiterin. Ab 1975 freie Schriftstellerin in Wien und Bad Vöslau. Bücher (Auswahl): „Morgen werden wir es wissen”, Erzählungen, 1961; „Nur dieses Leben”, Gedichte, 1966; „Zuflucht hinter der Zeit”, Roman, 1967; „Meine schwererziehbare Tante”, Jugendroman, 1974; „Das magische Tagebuch”, 1981.

CHRISTA GÜRTLER, geboren 1956 in Linz, Studium der Germanistik und Kunstgeschichte, lebt als Literaturwissenschafterin, freie Verlagslektorin und Universitätsdozentin in Salzburg. Seit 1984 zahlreiche Buchpublikationen, Herausgaben und Aufsätze, zahlreiche Artikel und Rezensionen für verschiedene Medien, vor allem zur österr. Gegenwartsliteratur. Zuletzt erschienen u. a.: „Elfriede Gerstl: Werkausgabe in 5 Bänden”, 2012ff; „Kleiderfragen. Mode und Kulturwissenschaft”, hrsg. mit Eva Hausbacher, 2015.

CLEMENS J. SETZ, geboren 1982 in Graz, wo er lebt, studierte Mathematik und Germanistik. Zahlreiche Veröffentlichungen von Gedichten und Kurzgeschichten in Zeitschriften, Zeitungen und Anthologien. Bücher (Auswahl): „Söhne und Planeten”, Roman, 2007; „Die Frequenzen”, Roman, 2009; „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes”, Erzählungen, 2011; „Indigo”, Roman, 2012; „Glücklich wie Blei im Getreide”, Nacherzählungen, 2015; „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre”, Roman, 2015.
 Zurück
IMPRESSUM © 2016 Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich / StifterHaus – Literatur und Sprache in OÖ.
Stichwörter zur oberösterreichischen Literaturgeschichte

Stichwörter zur oberösterreichischen Literaturgeschichte

weiter >>
(Nach)SommerTag<br />20 Jahre StifterHaus neu * Der Film

(Nach)SommerTag
20 Jahre StifterHaus neu * Der Film

weiter >>