Theodor Kramer Preis 2017 für Schreiben im Widerstand und im Exil
NAHID BAGHERI-GOLDSCHMIED
RENATE WELSH-RABADY
Lesung und Gespräch mit den Preisträgerinnen

Moderation: KONSTANTIN KAISER

Laudationes: JULIA DANIELCZYK und KONSTANTIN KAISER

Veranstaltet mit: Theodor Kramer Gesellschaft, Wien
Der mit 8.000 Euro dotierte Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil wird heuer an Nahid Bagheri-Goldschmied und Renate Welsh-Rabady verliehen.

NAHID BAGHERI-GOLDSCHMIED, in Teheran geboren und seit 1980 in Wien lebend, ist eine persische Lyrikerin, Romanautorin und Publizistin, die ihre Gedichte auch ins Deutsche übersetzt. Die Islamische Republik hat sie wie viele andere der Möglichkeit beraubt, in ihrem Heimatland als Journalistin und Schriftstellerin tätig zu werden. Sie tritt in ihrer Lyrik unablässig ein für die missachteten Rechte der Frauen, gegen die Grausamkeit eines religiös verbrämten tyrannischen Regimes, das Folter, Hinrichtung, Steinigung wie kaum in einem anderen Land der Welt nach wie vor praktiziert. Viele ihrer Gedichte zeugen aber auch von einem klaren Bewusstsein der österreichischen Verhältnisse. In dem Spiegel, den sie österreichischen NachbarInnen vorhält, erscheint oft ein von den Mühen der Verdrängung erschlafftes, wenig lebensfrohes Antlitz. Gleichzeitig bricht in ihre Gedichte immer wieder das Utopische ein: eine befreite Heimat, ein "Fenster zur Welt", ein Leben ohne nationale Beengt- und Beschränktheit, bedingungslose Liebe und - immer wieder unaufhaltsam - das Licht. In ihrer Poesie hat sie eine eigene Bilderwelt in eindringlicher sprachlicher Form erschaffen.

RENATE WELSH-RABADY, die renommierte und bereits vielfach gewürdigte österreichische Schriftstellerin, wird mit dem Theodor Kramer Preis 2017 für Schreiben im Widerstand und im Exil ausgezeichnet. Damit wird der bestimmende Aspekt ihres gesamten, äußerst umfangreichen und unterschiedliche Genres umfassenden Werkes in den Mittelpunkt gerückt - das von hoher sozialkritischer Sensibilität und von humanistischem Engagement geprägte Ethos ihrer Haltung und ihres Schreibens. Kinder, Jugendliche, Frauen, Menschen am Rande, Außenseiter und Ohnmächtige einer Gesellschaft stehen im Zentrum ihrer literarischen, eine breite Palette poetischer Verfahrensweisen beherrschenden Erkundungen aus Vergangenheit und Gegenwart - oft schmerzlich realistische Blicke auf eine gestörte und verstörende Wirklichkeit, aber immer auch im Bewusstsein von etwas Besserem, Utopischem - Zeichen aufklärerischer Sehnsucht. Renate Welshs Texte, sind ein seit Jahrzehnten unablässig formuliertes Plädoyer für Achtung, Respekt, Gerechtigkeit, für ein besseres Leben.
(Konstantin Kaiser)
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