Literatur/Geschichte/Wissenschaft um vier
Buchpräsentation

ANTON-JOSEPH ILK: Die Unsterblichkeit der Wildfrauen (Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich, 2017)

Reihe Linzer Vorträge zur deutschen Sprache (35)
„Die vorliegende Publikation, die sowohl als populärwissenschaftliche Arbeit als auch als Lesebuch gedacht ist, strebt ein Zweifaches an: die Erhaltung der mündlich überlieferten Märchen, Sagen, Schwänke und Alltagserzählungen der sogenannten „Zipser” aus dem nordrumänischen Wassertal sowie die Konservierung ihrer mittelbairisch-oberösterreichischen Mundart, die heute nur noch von etwa 300 Bewohnern der Maramurescher Kleinstadt Oberwischau gesprochen wird.
Im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert wurde die Marmarosch, das drittgrößte ungarische Komitat der österreichisch-ungarischen Monarchie, von Kolonisten besiedelt, die vorwiegend aus dem oberösterreichischen Salzkammergut und aus der slowakischen Zips, einer deutschen Sprachinsel im östlichen Vorland der Hohen Tatra, kamen. Viele dieser Holzfachkräfte ließen sich im Wassertal mit dem Hauptort Oberwischau nieder, einem malerischen Gebiet, das heute zu den rumänischen Waldkarpaten gehört. Die Ansiedler haben aus ihren Herkunftsgebieten nicht nur Gottverbundenheit, Fleiß und Fachkenntnisse mitgebracht, sondern auch ein reiches Erzählgut, dessen überwiegenden Teil der Verfasser dieses Buches in einem Zeitraum von 40 Jahren aufgezeichnet hat und nun sowohl im authentischen Idiom der Holzfäller als auch in der Hochsprache vorlegt.” (Anton-Joseph Ilk)

ANTON-JOSEPH ILK wurde 1951 in Oberwischau (Vişeu de Sus / Rumänien) geboren. Nach dem Besuch der deutschen Allgemeinschule im Heimatort und der Römisch-katholischen Kantorenschule in Alba Iulia (Karlsburg) studierte er ebendort Theologie, wurde 1977 zum Priester geweiht, fungierte dann als Kaplan in Satu Mare (Sathmar) und später als Pfarrer in Baia Mare (Neustadt). 1998 kehrte Ilk in das Herkunftsland seiner Vorfahren zurück und wirkt seither als Seelsorger in der Diözese Linz. 2009 promovierte er an der Universität Wien in der Disziplin „Europäische Ethnologie / Volkskunde”. Das Forschungsgebiet von Anton-Joseph Ilk ist das Wassertal in den nordrumänischen Waldkarpaten. Zu diesem Thema publizierte er mehrere Bücher und Abhandlungen. Ilk ist Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde und im Arbeitskreis Karpatendeutscher Schriftsteller.

 Zurück
IMPRESSUM © 2016 Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich / StifterHaus – Literatur und Sprache in OÖ.
Stichwörter zur oberösterreichischen Literaturgeschichte

Stichwörter zur oberösterreichischen Literaturgeschichte

weiter >>
(Nach)SommerTag<br />20 Jahre StifterHaus neu * Der Film

(Nach)SommerTag
20 Jahre StifterHaus neu * Der Film

weiter >>