Grundbücher der österreichischen Literatur seit 1945
Donnerstag, 18. Juni 2015
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19:30 Uhr

ERICH FRIED: und vietnam und. Einundvierzig Gedichte
(Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 1966)
Lesung: GEORG HERRNSTADT
(Mit freundlicher Genehmigung des Verlags Klaus Wagenbach)
Referat: VOLKER KAUKOREIT
Moderation: KLAUS KASTBERGER

Ein Gemeinschaftsprojekt der Alten Schmiede, Wien
und des StifterHauses

„Zum Jahresende 1965 forderten 37 Autoren der ,Gruppe 47’ im Hamburger Magazin ,konkret’ von der christdemokratischen BRD-Regierung, sich von der militärischen Intervention der USA in Vietnam zu distanzieren. Zu den Unterzeichnern der ,Erklärung über den Krieg in Vietnam’ gehörten etwa Heinrich Böll, Hans Magnus Enzensberger, Wolfgang Weyrauch und Ingeborg Bachmann. Ein weiterer Unterzeichner war Erich Fried.
Mit Fried griff, wie es später die Germanistin und Lyrikerin Ulla Hahn in Bezug auf die deutschsprachige Literatur festhielt, ,erstmalig ein namhafter, im bürgerlichen Literaturbetrieb verankerter Autor das [Vietnam-]Thema auf und erzielte damit eine politische Wirkung, die alle anderen Solidaritätslieder um ein Vielfaches übertraf’. Mit seiner Sammlung ,und Vietnam und’ von 1966 hatte er die verschüttete Tradition des unverblümt sprechenden, politischen Gedichts wiederbelebt. Dafür erntete er nicht nur (vor allem aus oppositionellen Kreisen) Zuspruch, sondern auch herbe Kritik, was sich nicht zuletzt in einer aufgeladenen Auseinandersetzung widerspiegelt, in der u. a. die Schriftsteller Günter Grass, Peter Härtling, der Kritiker Marcel Reich-Ranicki und der Literaturwissenschaftler Hans Mayer das Wort ergriffen. In diesem Kontext gehört der Vietnam-Gedichtband zu den Grundbüchern der Literatur der 1960er Jahre - ...” (Volker Kaukoreit)

ERICH FRIED, geboren 6.5.1921 in Wien, gestorben 22.11.1988 in Baden-Baden. Volksschule und Gymnasium in Wien. 1938 Emigration nach London. Arbeiter, Chemiker, Bibliothekar, Redakteur. 1952-1968 Kommentator des deutschen Programms der BBC. Veröffentlichungen ab 1944. Erich Fried schrieb Gedichte, Erzählungen, Essays. Im Dezember 1984 widmete die Alte Schmiede Erich Fried ein achttägiges Autorenseminar, an dem auch Volker Kaukoreit mitgewirkt hat.

GEORG HERRNSTADT, geboren 1948 in Wien, Studium der Philosophie und Physik; Musiker, Komponist, Autor, Regisseur, Coach, Gründungsmitglied der „Schmetterlinge”. Buchpublikation: „Sie haben das Recht, zu schweigen. Wie Lügner überführt werden”, (2011).

VOLKER KAUKOREIT, geboren 1955 in Dormagen/Niederrhein, Literaturwissenschaftler und Publizist, stellvertretender Leiter des Literaturarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek, Habilitation 2005; zahlreiche Veröffentlichungen zu Erich Fried, u. a. Herausgeber von „Erich Fried. Gesammelte Werke”, (4 Bde., 1993).
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