Der literarische Text als Graphic Novel, z. B. Robert Musil und Thomas Bernhard
Donnerstag, 26. November 2015
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19:30 Uhr

Vortrag, visuelle Präsentation und Gespräch
Mit NICOLAS MAHLER, Comiczeichner und Illustrator, und Ausstellungskurator ALEXANDER WÖRAN über Robert Musils Roman „Der Mann ohne Eigenschaften” als Comic
Moderation: BERNHARD JUDEX (StifterHaus)

Rahmenprogramm zur Ausstellung
"Landsturmbezirkskommando Linz 20 August 1914
Robert Musil und der Erste Weltkrieg"

Ausgangspunkt dieses Abends ist eines der bedeutendsten literarischen Werke des 20. Jahrhunderts: Robert Musils (1880-1942) unvollendet gebliebener Roman „Der Mann ohne Eigenschaften” (1930-43). Die vom Literaturhaus München übernommene, zum Teil neu gestaltete, von Alexander Wöran adaptierte und im StifterHaus seit 21.10.2015 laufende Ausstellung „Landsturmbezirkskommando Linz 20. August 2014. Robert Musil und der Erste Weltkrieg” macht deutlich, dass die Kenntnis der frühen Lebensjahre des Autors, seiner persönlichen Erlebnisse an der Front sowie des Zusammenbruchs der Habsburger Monarchie wesentliche Voraussetzungen für das Verständnis dieses Textes bilden. Auf eine gänzlich andere Weise als die Ausstellung nähert sich der bildende Künstler Nicolas Mahler, wenn er Musils Roman zur Vorlage für seine Graphic Novel - als im Angloamerikanischen eigenständig etablierte Gattung - nimmt. Mahler wird in seinem Vortrag und einer visuellen Präsentation über seine vielfältige Arbeit als Zeichner, in der er auch Texte Thomas Bernhards adaptiert hat, erzählen. In einem anschließenden Gespräch gemeinsam mit Alexander Wöran wird der Frage nach dem Text-Bild-Bezug von Literatur nachgegangen, konkret, inwieweit sich ein 2.000 Seiten umfassender Roman bildkünstlerisch umsetzen lässt bzw. dabei nicht auch ein eigenständiger „Text” entsteht.

NICOLAS MAHLER, geboren 1969, lebt und arbeitet als Comiczeichner und Illustrator in Wien. Seine Comics und Cartoons erscheinen in Zeitungen und Magazinen wie „Die Zeit”, „NZZ am Sonntag”, „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” und in der „Titanic”. Für sein umfangreiches Werk wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet (Max- und Moritz-Preis als „Bester deutschsprachiger Comic-Künstler” 2013, Preis der Literaturhäuser 2015). Unzählige Comic-Veröffentlichungen in internationalen Verlagen sowie Comicadaptionen beim Suhrkamp Verlag: „Der Mann ohne Eigenschaften”, „Lulu”, „Alte Meister”, „Gedichte”, „Der Weltverbesserer”.

ALEXANDER WÖRAN, geboren 1987, Komparatist, Studium in Wien. Forschungsinteressen: Nachkriegsliteratur, Kunst und Wissenschaft. Kurator der laufenden Ausstellung „Robert Musil und der Erste Weltkrieg”. Publikationen zuletzt: „I and U, und davon was IU sein könnte”, in: „Theater Freiburg. Das Magazin” Nr. 14 (2015); „Geboren in Steyr. Eigentlich nicht ganz. Robert Musil 1880 - 1942” (Hg., 2015).
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