Grundbücher der österreichischen Literatur seit 1945
Dienstag, 8. März 2016
Grundbücher der österreichischen Literatur seit 1945

Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19:30 Uhr
MARGIT SCHREINER: Nackte Väter. Roman (Zürich: Haffmans Verlag, 1997)
Lesung mit der Autorin

Referat: ANKE BOSSE
Moderation: KLAUS KASTBERGER

Ein Gemeinschaftsprojekt der Alten Schmiede, Wien und des StifterHauses

„Bereits bei seinem Erscheinen 1997 erschütterte der Roman. Heute wird uns noch deutlicher, wie sehr er Kernthemen unserer alternden Gesellschaft schmerzlichst und gültig auf den Punkt bringt: Alter, geistiger und körperlicher Verfall, lange quälende Abschiede, dann Tod der uns Nächsten - der Mutter, hier des Vaters. Hilflos steht die Ich-Erzählerin als unser aller Alter Ego vor dem Entgleiten in Fremdheit und totale Hilflosigkeit dessen, der - wie die Erzählerin in Rückblenden schildert - selber immer integrer Helfer und nah, am nächsten war: der Vater. Väter, Mütter, die schwinden und eben nicht bleiben, wie das Kind in uns glaubt. Margit Schreiners Buch geht an unsere innerste Substanz, bleibend.” (Anke Bosse)

MARGIT SCHREINER, geboren 1953 in Linz, Studium der Germanistik und Psychologie in Salzburg. Lebt nach langjährigen Aufenthalten in Tokio, Paris, Rom
und Berlin derzeit in Linz. Buchveröffentlichungen: „Die Rosen des Heiligen Benedikt”, 1989; „Mein Erster Neger”, 1990; „Die Unterdrückung der Frau, die Virilität der Männer, der Katholizismus und der Dreck”, 1995; „Nackte Väter” 1997, 2004; „Der Mann mit den Samtohren”, 2000; „Haus, Frauen, Sex”, 2001; „Mein erster Neger/Die Rosen des Heiligen Benedikt” (Doppelband), 2002; „Heißt lieben”, 2003; „Die Eskimorolle”, 2004; „Buch der Enttäuschungen”, 2005; „Geschichten vom Bruno”, 2005; „Haus, Friedens, Bruch.”, 2007; „Schreibt Thomas Bernhard Frauenliteratur?”, Essays, Frankfurt 2008; „Die Tiere von Paris”, 2011; „Das menschliche Gleichgewicht”, Roman, 2015. Ausgezeichnet u. a. mit dem „Kulturpreis des Landes Oberösterreich für Literatur” (2004), dem „Kunstwürdigungspreis der Stadt Linz” (2006), „Österreichischer Würdigungspreis für Literatur” (2010). 2015 wurde sie für „Das menschliche Gleichgewicht” mit dem Johann-Beer-Literaturpreis ausgezeichnet. Außerdem erhielt sie den Heinrich-Gleißner-Preis.

ANKE BOSSE, geboren 1961 in Hannover, studierte in München, Göttingen und Avignon Germanistik, Komparatistik, Romanistik; Forschungstätigkeit ab 1987 an der Universität München, ab 1992 an der Universität Genf. 1997 Lehrstuhl für Germanistik und Komparatistik an der Universität Namur in Belgien. Seit 1. Oktober 2015 Leiterin des Robert Musil-Instituts in Klagenfurt.
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