Theodor Kramer Preis 2016
für Schreiben im Widerstand und im Exil

Montag, 17. Oktober 2016
Linz, StifterHaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 19:30 Uhr

STEFAN HORVATH (Oberwart)
GERHARD SCHEIT (Wien)
Lesung und Gespräch mit den Preisträgern
Einleitung und Moderation: THOMAS WALLERBERGER

Veranstaltet mit: Theodor Kramer Gesellschaft, Wien

Der mit 8.000 Euro dotierte Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil wird heuer an Stefan Horvath (Oberwart) und Gerhard Scheit (Wien) verliehen. Die beiden Autoren werden in Lesung und Gespräch vorgestellt.

STEFAN HORVATH begann einen Tag nach dem Terroranschlag von Oberwart 1995, bei dem u. a. sein Sohn ermordet wurde, mit 46 Jahren zu schreiben. Er schrieb, weil er, wie die Roma-Autorin Ceija Stojka, nicht mehr schweigen wollte. Sein Erzählen ist ein Ankämpfen gegen das eigene Stillschweigen und gegen das Totschweigen durch die Gesellschaft. Seit 2003 sind die Bücher „Ich war nicht in Auschwitz”, „Katzenstreu”, „Atsinganos” erschienen, viele Gedichte und der Einakter „Begegnung zwischen einem Engel und einem Zigeuner” - starke literarische Arbeiten über den alltäglichen Antiziganismus in Österreich, die Diskriminierungen, Ungerechtigkeit und Hass ein Ende setzen wollen. „Stefan Horvath schreibt ohne Verbitterung, ohne Illusion, jedoch mit viel Hoffnung und meisterhaftem erzählerischem Können”, meint die Jury.

GERHARD SCHEIT kämpft gegen die Barbarei. Er schreibt über Exil, die Musik im Exil während des NS-Terrors, über Widerstand, jenen Jura Soyfers oder Bertolt Brechts, über Antimodernismus, jenen z.B. gegen Gustav Mahler, und vor allem über Antisemitismus, der mit 1945 nicht verschwand. In seiner Kritik reiht er sich in die Tradition Theodor W. Adornos oder Jean Amérys ein. „Wenn es in Österreich und Deutschland jemanden gibt, der seit über 30 Jahren konsequent profunde essayistische, philosophische und kämpferische Literatur zu Exil, Widerstand und Antisemitismus geschrieben hat, dann ist es Gerhard Scheit”, so die Jury. „Mit seinen sprachlich brillanten Essays betritt er den weiten Weg zu einer schwierigen Heimkehr - zum denkenden, sein Handeln verantwortenden Menschen.”

THOMAS WALLERBERGER, geboren 1987 in Gmunden, studierte in Wien Soziale Arbeit, Philosophie und Politikwissenschaft. Seit 2011 Projektmitarbeiter der Theodor Kramer Gesellschaft.

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