Reihe „Grundbücher der österreichischen Literatur seit 1945”
ROBERT SCHINDEL: „Fremd bei mir selbst. Gedichte”
Lesung mit dem Autor

Referat: NICO BLEUTGE
Moderation: KLAUS KASTBERGER
Natur, Liebe, Poetologie, Sprachreflexion, Existenz mögen die Themen von Schindels liedhafter Dichtung sein, ihr Grundton ist seit je, und nicht erst mit dem Gewahr-Werden des eigenen Alterns, melancholisch. Zu seinem sechzigsten Geburtstag war 2004 ein Sammelband seiner bis dahin verfassten Gedichte erschienen. Sinnlichkeit und Lebenslust ziehen darin ihre Spuren, die sich mit der Sprachlosigkeit vor vergangenen und gegenwärtigen Bedrohungen und Gräueln stets kreuzen. An diesen Schnittpunkten ereignen sich die Momente der dichterischen Kreativität: in Liedern, Balladen, Elegien, Sonetten, reimlosen Gedichten und - zuweilen auch - im dialektischen (Polit-) Gedicht erblühen neue Wortschöpfungen, werden entgegengesetzte Stimmungen wie im Film miteinander montiert, erklingen zeitgenössische Echos Heines und Celans. (Alte Schmiede)

ROBERT SCHINDEL, geboren 1944 in Bad Hall als Sohn verfolgter Eltern (der Vater wurde im KZ ermordet). Buchhändlerlehre, Bibliothekar, externe Matura, journalistische Arbeit. Seit 1985 freischaffender Schriftsteller, leitete drei Jahre das Institut für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Erste Publikationen im „literarischen Untergrund”, 1970. Seit der Gedichtsammlung „Fremd bei mir selbst”, 2004, erschienen die Lyrikbände „Wundwurzel”, 2005, „Mein mausklickendes Saeculum”, 2008 und „Scharlachnatter”, 2015. Prosawerke u. a.: „Kassandra”, Roman, 1970/2004; „Gebürtig”, Roman, 1992; „Die Nacht der Harlekine”, Erzählungen, 1994; „Gott schütz uns vor den guten Menschen. Jüdisches Gedächtnis - Auskunftsbüro der Angst”, Reden und Vorträge, 1995; „Mein liebster Feind”, Essays, 2004; „Der Krieg der Wörter gegen die Kehlkopfschreie”, Das frühe Prosawerk, 2008; „Dunkelstein”, Eine Realfarce, 2010; „Man ist viel zu früh jung”, Essays, Reden und Bekenntnisse, 2011; „Der Kalte”, Roman, 2013; „Don Juan wird sechzig”, Heiteres Drama, 2015.

NICO BLEUTGE, geboren 1972 in München, Studium der Neueren Deutschen Literatur, Allgemeinen Rhetorik und Philosophie in Tübingen. Er lebt als Lyriker, Essayist und Literaturkritiker in Berlin. Auszeichnungen (u. a.): Anna Seghers-Preis 2006, Erich-Fried-Preis 2012, Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik 2016. Publikationen: „klare konturen”, Gedichte, 2006; „fallstreifen.”, Gedichte, 2008; „verdecktes gelände”, Gedichte, 2013; „nachts leuchten die schiffe.”, Gedichte, 2017.
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