Wortgeografie Oberösterreichs

Oberösterreichs Wortgeografie zeigt eine reich gegliederte Dialektlandschaft, bei der die Dialektgrenzen allerdings kaum einheitlich, sondern in der Regel wortweise unterschiedlich verlaufen. Das daraus resultierende heterogene Gesamtbild wirft letztlich auch die Frage nach den sprachinternen und -externen Ursachen der jeweiligen Verteilung auf, wobei landschaftliche Gegebenheiten (Flüsse, Bergrücken, Verkehrslinien usw.), historische und politische Verhältnisse, wirtschaftliche Zentren, zusammenhängende Kulturlandschaften, Zonen mit Sprachkontakt usw. eine wichtige Rolle spielen können.

All diese Faktoren tragen zur Ausbildung der Wortgeografie bei, wirken sich aber bei der Verbreitung der einzelnen Wörter in unterschiedlicher Weise aus. So spielen Flussläufe wie die Donau, die in der Lautgeografie praktisch unbedeutend sind, in wortgeografischer Hinsicht offenbar doch eine gewisse Rolle, sodass etwa das nördlich der Donau gelegene Mühlviertel häufig als geschlossenes Gebiet auftritt. Andererseits greifen manche Wörter des oberen Mühlviertels über die Donau hinweg ins nördliche Inn- und Hausruckviertel (Sauwald), ebenso bildet das untere Mühlviertel mit dem nördlichen Traunviertel und mit dem niederösterreichischen Mostviertel häufig einheitliche Worträume.