Buchpräsentation

Josef Winkler: Laß dich heimgeigen, Vater, oder den Tod ins Herz mir schreibe. Roman

Lesung mit dem Autor

Moderation: Brigitte Schwens-Harrant

JOSEF WINKLER, geboren 1953 in Kamering, Kärnten. Seit 1982 freier Schriftsteller. Er lebt derzeit in Klagenfurt. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen u. a.: Großer Österreichischer Staatspreis für Literatur 2007; Georg Büchner-Preis 2008; Ehrendoktorat der Universität Klagenfurt 2009; Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds 2016/2017; Buchpublikationen u. a.: „Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot“, 2008; „Die Wetterhähne des Glücks und die Totenkulterer von Kärnten. Zwei Litaneien“, 2011; „Die Realität so sagen, als ob sie trotzdem nicht wär oder Die Wutausbrüche der Engel“, 2011; „Wortschatz der Nacht“, 2013; „Mutter und der Bleistift“, 2013; „Winnetou, Abel und ich, 2014; „Abschied von Vater und Mutter“, 2015.

Zum Buch:
„Erst vor wenigen Jahren hat Josef Winkler erfahren, dass sein Kärntner Landsmann Odilo Globocnik, der sich als Leiter der ‚Aktion Reinhardt’ mit den Worten ‚Zwei Millionen ham‘ ma erledigt’ des Massenmords an den Juden gerühmt hatte, nach seinem Zyankali-Freitod im Mai 1945 auf einem Gemeinschaftsfeld von Winklers Heimatdorf Kamering verscharrt wurde, in den ‚Sautratten’ – dort, wo Winklers Vater und Großvater ihr Getreide anbauten und ernteten. In einem bösen Wortmarathon exhumiert der Autor das Skelett des SS-Massenmörders – und mit dem Skelett die Geschichte Kamerings nach dem Krieg. Ausgrabung und die neuerliche Visitation des vielleicht meistbeschriebenen Dorfs der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur ergeben: Der Boden, auf dem Kamering steht, ist vergiftet.‚Laß dich heimgeigen’ legt den Finger in die Wunde eines Jahrzehnte währenden kollektiven Verschweigens.“ (Verlagstext)

BRIGITTE SCHWENS-HARRANT, geboren 1967 in Wels; studierte in Wien Deutsche Philologie und Theologie. Seit 1992 arbeitet sie als Redakteurin für verschiedene Medien im Literaturbereich und ist seit 2002 Ressortleiterin für Literatur, seit 2013 Feuilletonchefin der Wochenzeitung „Die Furche“. Lehrbeauftragte des Instituts für Germanistik der Universität Innsbruck und des Fachbereichs Germanistik der Universität Salzburg. Österreichischer Staatspreis für Literaturkritik 2015.