Buchpräsentation

Lesung Martin Pollack „Die Frau ohne Grab. Berichte über meine Tante“ (Zsolnay); Moderation Katja Gasser

MARTIN POLLACK, geboren 1944 in Bad Hall, studierte Slawistik und osteuropäische Geschichte. Er ist Übersetzer u. a. von Ryszard Kapuściński, Mariusz Wilk, Daniel Odija. Bis 1998 Redakteur des „Spiegel“ in Wien und Warschau. 2007 erhielt er den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln. 2010 wurde er mit dem Georg-Dehio-Hauptpreis des Deutschen Kulturforums östliches Europa ausgezeichnet. 2011 erhielt er den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung und 2012 den Stanisław Vincenz-Preis, Kulturpreis des Landes Oberösterreich für Literatur 2015, Aurora borealis-Preis 2017, DIALOG-Preis 2017 der Deutsch-Polnischen Gesellschaft, Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay 2018, Österreichischer Staatspreis für Kulturpublizistik 2018.

Publikationen u. a.: „Anklage Vatermord. Der Fall Philipp Halsmann“, Wien 2002; „Der Tote im Bunker. Bericht über meinen Vater“, Wien 2004; „Von Minsk nach Manhattan. Polnische Reportagen“ (Hrsg.) 2006; „Warum wurden die Stanislaws erschossen?“, Wien 2008; „Kaiser von Amerika. Die große Flucht aus Galizien“, Wien 2010; „Die Wolfsjäger. Drei polnische Duette, 2011; „Kontaminierte Landschaften“, 2014; „Topografie der Erinnerung“, 2016.

Zum Buch: Nach „Der Tote im Bunker“ folgt Martin Pollack den Spuren seiner Tante, die am Ende des Zweiten Weltkriegs zu Tode kommt und deren Grab nie gefunden wird.
Sommer 1945: Die siebzigjährige Pauline Drolc, geborene Bast, wird von jugoslawischen Partisanen in ihrem Heimatort Tüffer, slowenisch Lasko, verhaftet und in das provisorische Internierungslager Schloss Hrastovec gebracht. Wenige Wochen später ist sie tot. Ihr Grab wird nie gefunden. Pauline ist die Großtante von Martin Pollack, dessen Buch über den eigenen Vater, SS-Sturmbannführer Gerhard Bast, zu den Meilensteinen der Erinnerungsliteratur zählt. Und sie ist die Einzige in der stramm deutschnationalen Familie, die am Ende des Zweiten Weltkriegs zu Tode kommt. In seinem detektivisch recherchierten Bericht erzählt Martin Pollack über das Schicksal eines Menschen, das beispielhaft ist für die historischen Verstrickungen an einem kleinen Ort zwischen den Grenzen. (Verlagstext)

KATJA GASSER, geboren 1975 in Klagenfurt, dissertierte über Ilse Aichinger und Günter Eich, lebt in Wien als Redakteurin in der Kulturredaktion des ORF-Fernsehens, seit Ende 2008 Leitung des Literaturressorts.