Podcast
Buchpräsentationen

Christina Maria Landerl: Alles von mir. Roman (Müry Salzmann); Helmut Neundlinger: Virusalem: Gesang aus dem Bauch des Wals (Müry Salzmann)

Lesung mit der Autorin und dem Autor; Moderation: Johanna Öttl

Christina Maria Landerl, geboren 1979 in Steyr / Oberösterreich. Sie lebt und arbeitet als Schriftstellerin und Sozialpädagogin in Berlin. Für ihre Prosa erhielt sie zahlreiche Preise und Stipendien. Ihr viel beachtetes Debüt Verlass die Stadt erschien 2011 (Schöffling&Co). Im Müry Salzmann Verlag erschien 2016 der Roman Donnas Haus

Zum Buch: Alles von mir – was für eine Ansage! In ihrem neuen Roman, der mit den Genres Roadmovie und Biopic spielt, schickt Christina Maria Landerl ihre Protagonistin in den Süden der USA, an die Wiege des Blues: Vier Bundesstaaten, unzählige Motels, zwei Städte mit dem Namen Jackson liegen auf dem Weg der Reisenden – und dann noch jede Menge Erinnerungen an die eigene Vergangenheit.
Es ist eine abwechslungsreiche Fahrt, auf die sie uns mitnimmt, durch trostlose und verwunschene Landschaften, die, genau wie die wiederkehrenden Traumsequenzen, an die Filme von David Lynch denken lassen. Den Soundtrack zum Roadtrip liefern die „Empress of Blues“, Bessie Smith, Country-Ikone Patsy Cline und vor allem Billie Holiday, deren Autobiografie (aus Zufall?) zur Reiselektüre wird.
Ein berührender Roman – virtuos in seiner Dezenz – über Verletzlichkeit und Schmerz, vor allem aber über die Stärke der Frauen und die der Musik, über den Wahrheitsgehalt von Erinnerungen und das Recht, die eigene Geschichte zu erzählen. (Verlagstext)

Helmut Neundlinger, geboren 1973, aufgewachsen in Eferding (OÖ.), lebt seit 1992 in Wien. Studium der Philosophie und Germanistik. Arbeitet als Autor, Literaturwissenschaftler und Musiker. Zuletzt erschienen die Lyrikbände „Tagdunkel“ (2011) und „Die Gerüche des Meeres und der Eingeweide“ (2017). 2018 erschien im Müry Salzmann Verlag das Prosadebüt „Eins zwei Fittipaldi“. (Verlagstext)

Zum Buch: Wie fühlt es sich an, wenn über Nacht alles anders ist und das Ich zurückgeworfen auf sich selbst? Wie reagiert die Sprache auf solch einen Zustand? Verstummt sie? Bricht sie aus?
Nach der Schockstarre der ersten Tage hat Helmut Neundlinger zu schreiben begonnen, jenseits der Geschwätzigkeit von Corona-Blogs. Als lyrischer Reporter sucht er die äußeren Entwicklungen in seinem Inneren auf: wie die Zeit ihre Form verliert, das Ich im eigenen Körper fremdelt, wie Enge und Leere, Verzweiflung und Panik die bekannten Fragwürdig- keiten zum Glühen bringen. Das alles mündet in den „Gesang aus dem Bauch des Wals“, diesen großen Transformator, der, so alt wie die Zeit, den Menschen zu sich kommen lässt. Wie könnte die Sprache diese Verwandlung nicht abbilden?
Virusalem ist ein zwischen Poesie und Pointe changierendes, den Geist anregendes Vademecum, das – von der aktuellen Krise angestoßen – so weit über diese hinausweist wie die im Titel anklingende Stadt. (Verlagstext)

Johanna Öttl, geboren 1983, Studium der Anglistik und Germanistik in Salzburg, Wien und Liverpool. Sie war OeAD-Lektorin am Trinity College Dublin, Lehrbeauftragte an der Universität Salzburg und Wien, seit 2018 Programmleiterin der Alten Schmiede Wien