Die Rampe

Die Rampe - Porträt Elfriede Czurda


Nicht umsonst arbeitete Elfriede Czurda Ende der 1970er-Jahre im Lektorat von Heimrad Bäckers edition neue texte, wurzelt doch ihre Sprache in einer mit "experimentell" etikettierten Literatur, der dieser Autorenverlag ein wesentliches Podium war. Sowohl ein spielerischer Zug im Umgang mit Sprachmaterial als auch eine Skepsis gegenüber den sprachlichen Ordnungen, beides Kennzeichen dieser "Neuen Poesie", wurden zum Nährboden für Czurdas künftige Arbeit. Und beide Charakteristika radikalisiert die Autorin seither auf eigene Weise. Im Spielhaften ihrer Gedichte etwa werden einmal aufgestellte Regeln immer wieder gebrochen, Konzepte immer wieder konterkariert. Und die Sprach-Skepsis wird ihr zu einer umfassenden, die letztlich jeden Diskurs ob seiner starr bleiben müssenden Muster beargwöhnt.

...

Noch tritt Literatur an wider das stets drohende Starre von Herr-Schaft und Hierarchie. Eine kompromisslose Spracharbeit wie die Elfriede Czurdas als eine durchaus "hohe", komponierte Kunst, die aber zugleich die Niederungen, den Schutt nicht scheut, ist da ein markanter Beitrag. Wir hoffen mit dieser Ausgabe zu Elfriede Czurda auch darüber hinaus eine lebendige "Literatur als Kunst" mit ihren Ansprüchen den Lesenden näher zu bringen und wünschen den Leserinnen und Lesern viel Interesse.

(Florian Neuner/Christian Steinbacher)

 

Hg. von Florian Neuner und Christian Steinbacher

 

ISBN 3-85487-963-6

153 Seiten

 

INHALT:

 

Editorial

 

TEXTWANDERUNG 1

Am Schreiben interessiert...

 

Elfriede Czurda/Florian Neuner

"Über den Irrtum führt der Weg zum Neuen" Elfriede Czurda im Gespräch über die Stationen ihres Schreib-Wegs

 

TEXTWANDERUNG 2

Die reichen Schattierungen...

 

I) VON

 

Elfriede Czurda

Selbstverortung

Eine Frau, die schreibt. Löschung Erinnerung Zerrbild

SUBurbsSUBtextsSUBjects. Ein Bericht

 

Elfriede Czurda/Masahiko Tsuchiya

Über das Schreiben von Waka. Auszug aus einem Gespräch

 

Elfriede Czurda

Zwei Waka

Blätter, weiß wie weiß

 

TEXTWANDERUNG 3

"Wohnt die Dichterin..."

 

II) ZU

 

Birgit Schwaner

Idealisierungsmaschine Liebe: kaputt. Elfriede Czurda Diotima als solipsistische Glücks-Ingenieurin

 

Bettina Klix

"Ich bin das Spiel und nicht die Handlung". Über Elfriede Czurdas Prosabände Diotima oder die Differenz des Glücks und Signora Julia

 

Elfriede Czurda

Anagrammrolle

 

Renate Kühn

Auszüge aus: "Writing without Apollo II: Versuch über das Rosenbaertlein-Experiment

 

Elfriede Czurda

Und scheert ihr Rosenbärtlein ab

 

Christian Steinbacher

Akronym für E.C.

 

Martin Kubaczek

Alpinmethaporik in Elfriede Czurdas Kerner. Ein Abenteuerroman

 

Ronald Pohl

Lust, die sich durch Latschen sperrt. Zum Vorhalt und Nachhall von Elfriede Czurdas Kerner. Ein Abenteuerroman

 

Petra Nachbaur

Was hat Pandora in petto? Die besondere Note zwischen Letter und Laut. Zum "Rondo in P-Dur"

 

Christian Steinbacher

"weder hier noch drüben". Zu einigen Gedichten Elfriede Czurdas

 

Florian Neuner

Wie weiter? Schreiben nach den Experimenten

 

Jörg Gruneberg

Entrinnen ist schwierig. Berliner Androiden-Tagebuch

 

Elfriede Czurda/Gerburg Treusch-Dieter

Geheimnis und Zugang zum Wissen. Ein Gespräch, nach der Lektüre der Schläferin und der Giftmörderinnen

 

Lisa Spalt

Körper Gegenstand Sprechen. Ansätze zu Elfriede Czurdas Die Giftmörderinnen

 

TEXTWANDERUNG 4

Als das Kabel...

 

III) ENTLANG

 

Heimrad Bäcker

Brief vom 2. 8. 1982

 

Rainer Pretzell

Brief vom 17. 8. 1976

 

Elfriede Czurda

Liebe Barbara, lieber Dieter Roth,

die vorfahren

der Versuch die Versuchung

Alt.Älter.

 

Korrespondenzen

Lektüren

Seinesgleichen

Zweimal: an einander vorbei, um einander herum:

 

Elfriede Czurda/Sabine Scholl

Über Bücher und Planeten reden. Auszüge aus einem Briefprojekt

 

Zeittafel

 

Auswahlbibliographie

 

Elfriede Czurda

Selbstporträt mit Text

 

Die Autorinnen und Autoren

€ 10,90