Höratlanten

Als „Höratlanten“ werden unsere interaktiven Webanwendungen bezeichnet, die einen akustischen Eindruck von den Dialekten und Regionalsprachen Oberösterreichs sowie von weiteren historisch und sprachlich mit Oberösterreich verbundenen Regionen vermitteln.

Das akustische Material stammt aus digitalen Tonaufnahmen, die vor Ort mit jeweils ein bis zwei Sprecher/inne/n erstellt wurden. Als Fragekatalog diente eine auf 835 Fragen verkürzte Fassung des „Fragebuchs für die bairischen Mundarten in Österreich und Südtirol“ (Patocka/Scheuringer 1988, siehe unten), das schon als Grundlage für die Erhebung zum Sprachatlas von Oberösterreich (SAO) diente.

OöTon – Audiothek oberösterreichischer Dialekte

OöTon macht die Dialekte Oberösterreichs hörbar. Das Besondere an OöTon ist, dass nicht nur Angehörige der älteren Generation, sondern in einer zweiten Aufnahmeserie auch junge Berufstätige aufgenommen wurden. Die erhobenen Sprachdaten zeigen die Unterschiede im Sprachgebrauch zweier Altersgruppen auf und geben einen Einblick in die soziale Dimension sprachlicher Variation.

Zur Erhebung des traditionellen Basisdialekts werden Personen befragt, die

  • der älteren Generation (Geburtsjahr vor 1950) angehören,
  • einen landwirtschaftlichen Beruf ausüben bzw. ausgeübt haben,
  • möglichst in der zweiten Generation ortsansässig sind.

Zur Erhebung eines moderneren Dialekts werden Personen befragt, die

  • der Gruppe der jungen Berufstätigen angehören (Geburtsjahr nach 1980),
  • im Haupterwerb keinem landwirtschaftlichen Beruf nachgehen,
  • keine Erwerbspendler sind, sondern im Ort beruflich tätig sind,
  • im Ort leben und dort auch aufgewachsen sind. 

Wenn Sie an unserer Studie teilnehmen möchten und den oben genannten Kriterien entsprechen, können Sie sich gerne unter office@stifter-haus.at melden.

DoM – Deutsch im östlichen Mitteleuropa

Der Höratlas DoM bietet die einzigartige Möglichkeit, Beispiele von Dialekten und Umgangssprachen deutscher Minderheiten im heutigen Rumänien, Serbien und in der Ukraine zu hören und miteinander zu vergleichen.
Die Hörbeispiele wurden bei Personen erfragt, die im jeweiligen Ort aufgewachsen sind und zum Zeitpunkt der Aufnahme in ihrem Heimatort gelebt haben bzw. bis heute dort leben.

In DoM werden vornehmlich Sprachvarietäten präsentiert, die in ihrer dialektgeografischen Zuordnung als bairisch bzw. als bairisch-österreichisch gelten können, unabhängig davon, ob es sich dabei um homogene, in sich geschlossene Sprachgemeinschaften („Sprachinseln“) oder um deutschsprachige Minderheiten in einer mehrsprachigen Umgebung handelt.
Die Auswahl zielt insbesondere auf Ortschaften ab, die im 18. und 19. Jahrhundert – ganz oder teilweise – durch Migration aus dem Land ob der Enns bzw. aus unmittelbar benachbarten Landschaften (Böhmerwald, Waldviertel, steirisches Ennstal) besiedelt wurden.

Im Einzelnen handelt es sich um folgende Gebiete (mit den darin befindlichen sprachlichen Gruppen):

  • Banater Bergland: berglanddeutsche Varietäten in Reschitz/Reşiţa, Franzdorf/Văliug, Steierdorf/Anina, Dognatschka/Dognecea, Orawitz/Oraviţa, Karansebesch/Caransebeş, Russberg/Rusca Montană und Ferdinandsberg/Oţelu Roşu sowie böhmisch-deutsche Dialekte in Wolfsberg/Gărâna und Alt-Sadowa/Sadova Veche
  • Banater Ebene: deutsche Stadtsprachen in Temeswar/Timişoara und Lugosch/Logoj sowie eine ostmittelbairische Mundart in Großpereg/Peregu Mare
  • Siebenbürgen: Landlerdialekte in Großpold/Apoldu de Sus, Großau/Cristian und Neppendorf/Turnișor
  • Marmarosch/Transkarpatien: karpatendeutsche Dialekte in Deutsch-Mokra/Nimecka Mokra und Königsfeld/Usť Čorna sowie die deutsche Varietät von Oberwischau/Vişeu de Sus


Klicken Sie auf das oben rechts liegende Bild. Es erwarten Sie jeweils ca. 80 Hörbeispiele in 20 Orten in den historischen Landschaften des Banats, Siebenbürgens und der Marmarosch. In einem Quiz können Sie Ihr sprachliches Wissen testen!