Abschied von und Hommage für Hans Eichhorn (1956-2020)

„Nur mehr das Blühen …“

Abschied von und Hommage für Hans Eichhorn (1956-2020)

Ein Abend mit Freundinnen, Freunden und Weggefährten, Weggefährtinnen des Autors

Mit Beiträgen von Elisabeth Eichhorn, Andreas Eichhorn, Johannes Eichhorn, Rosa Eichhorn, Alexandra Millner, Waltraud Seidlhofer, Erwin Einzinger, René Freund, Anna Weidenholzer, Helmut Moysich, Dominika Meindl, Richard Wall, Johann Kleemayr, Margit Schreiner, Richard Pils, Klaus Costadedoi, Christoph Janacs, Thomas Baum, Tonja Grüner, Christian Schacherreiter, Alfred Pittertschatscher u. v. a. Sound / Fotocollage von Wally Rettenbacher Buch(erst)präsentation von „Ungeboren“ (Prosa) und „Nur mehr das Blühen“ (Lyrik) Familie Eichhorn, GAV (Grazer Autorinnen Autorenversammlung), NeuesForumLiteratur, Verlag Bibliothek der Provinz, Verlag Edition Sommerfrische, StifterHaus

NEIN, ES IST NICHT BESSER GEWORDEN,

die geschwollenen Füße zeugen von der

Vertümpelung deines Kreislaufes. Noch

läufst du, ja, doch die Nudelsuppe hast du

über und die Grießnockerl sind dir Beifang

genug und der Reinankenrogen rutscht dir

mit Verlaub den Buckel hinunter. Zweite

und dritte Fangzäune sind entlang der

Skirennpiste aufgestellt. Schon zappelt

einer, wird mit dem Hubschrauber

abtransportiert. Die Strecke ist eisig,

die Kanten geschärft, der Bestzeitdruck

das Ein und Alles. Katzenkleines schläft

mit leicht zuckenden Pfoten. Ja, es ist nicht

schlecht genug, nein, die Restnacht

schürt keine Erwartung mehr.

(Aus: „Nur mehr das Blühen“, Edition Sommerfrische)

Meinst du vielleicht, wenn du deine Hände auf deinen Bauch legst, es wird alles gut? Zumindest fühlt es sich gut an. Ob alles gut wird oder die Sicherheiten endgültig purzeln werden, das wird sich zeigen. Bis dahin bin ich jedenfalls bereit, auch weiterhin den Stift und die den Stift haltenden Finger zur Verfügung zu stellen. Wer weiß, was da noch kommt! Diese und jene Ungeburt und eine skandinavische Kältewelle, die zwischen die Häuser und Bäume \ fährt und ein gewaltiges Brausen verursacht. Wer jetzt mittellos und obdachlos durch die Gegend zieht, dem Gnade Gott! Also, wohin wird es führen? Ein klagloser Stoffwechsel wäre eine Freude.

(Aus: „Ungeboren“, Bibliothek der Provinz)

HANS EICHHORN, geboren 1956 in Vöcklabruck. Matura an der Handelsakademie in Vöcklabruck. Anschließend Studium an der Universität Salzburg. Berufsfischer und Schriftsteller in Attersee am Attersee und Kirchdorf an der Krems. Verstorben am 29. Februar  2020 in Neustift/Attersee; 1983 Rauriser Arbeitsstipendium für Literatur; 1987 Talentförderungsprämie des Landes Oberösterreich; 1994 Autoren-Förderungspreis der Stiftung Niedersachsen / Wolfenbüttel; 1998 Projektstipendium für Literatur des BKA; 1999 manuskripte-Preis des Landes Steiermark; 2002 Stipendium des Deutschen Literaturfonds e.V.; 2005 Oberösterreichischer Landeskulturpreis für Literatur; 2017 rotahorn Literaturpreis; 2019 Georg-Trakl-Preis; 2019 Heinrich-Gleißner-Preis.