Zu Mittag bei Stifter – AusstellungskuratorInnen im Gespräch

Julia Brunner im Gespräch mit Sarah Schlatter und Maximilian Lehner

Es wird Minestrone serviert

Die diesjährige Mittagsreihe beschäftigt sich vertiefend mit den 2019 im StifterHaus gezeigten Ausstellungen, die beleuchten, was Literatur alles kann: von Comics bis zu künstlerisch-inszenierten Schriftbildern, von Linzer Stadttexten bis hin zu politischer Kunst spannt sich das Spektrum.

In der Ausstellung „Etwas Schreiben“ widmet sich die Künstlerin Sarah Schlatter Aufzeichnungen von Schreiberinnen aus der Sammlung Frauennachlässe am Institut für Geschichte Wien und dem Nachlass von zwei Schriftstellerinnen aus dem OÖ. Literaturarchiv (Rudolfine Fellinger und Enrica von Handel-Mazzetti): Vorgefundene Tagebücher, Taschenkalender, Zettel und Manuskripte werden nicht über ihren biografischen Gehalt, sondern als Geschriebenes vorgestellt. Durch Auswahl, Anordnung, und Neuinszenierung treten die Materialien in einen Dialog miteinander. Die Ausstellung handelt vom Schreiben, das abseits von Graphologie und Inhalt für sich steht und „Etwas“ abbildet. Jede Person hat ihre individuelle Form der Aufschreibung, deren eigenwillige Poetik, Verspieltheit und materielle Sinnlichkeit „Etwas Schreiben” zeigen möchte.

SARAH SCHLATTER, geboren 1982 in Vorarlberg, lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte Typografie, Design und Fotografie in Wien, Bozen und Leipzig und schloss die Hochschule für Grafik und Buchkunst 2011 als Meisterschülerin ab. Die Einbindung von Archivmaterial ist Teil Sarah Schlatters künstlerischer Auseinandersetzung mit Zeitgeschichte. Sie verwendet Spuren, die an Orten und in Archiven hinterlassen werden, um sie in aktuelle Diskurse einzubringen. Sarah Schlatter erhielt u. a. das Landesgraduiertenstipendium des Freistaates Sachsen, den Joseph Binder Award für Informationsdesign und den IBK-Förderpreis für Fotografie.

MAXIMILIAN LEHNER ist Universitätsassistent am Institut für Kunst in gegenwärtigen Kontexten und Medien der KU Linz und Mitbegründer von The Real Office, einem Produktionsbüro für bildende Kunst in Stuttgart. Er studierte Kunstwissenschaft und Philosophie in Linz, Stuttgart und Paris.

JULIA BRUNNER, geboren 1983 in Linz, Studium der Deutschen Philologie und Theater-, Film- und Medienwissenschaft, seit 2018 wissenschaftliche Mitarbeiterin des StifterHauses.