Suche
Hauptinhalt
Dienstag, 27. Februar 2024 - 19:30
Linzer Vorträge zur deutschen Sprache

BORIS BLAHAK: lajvont, mari, šmé – Österreichisches in wiederbelebten Stadtsprachen Böhmens und Mährens

Vortrag von Boris Blahak

Reihe „Linzer Vorträge zur deutschen Sprache“ (42)

BORIS BLAHAK, Studium der Germanistik, Geschichte, Musik- und Erziehungswissenschaften in Regensburg; Dissertation über „Franz Kafkas Literatursprache. Deutsch im Kontext des Prager Multilingualismus“, 2015. Lehrt seit 1999 Deutsch als Fremdsprache, deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft sowie Didaktik Deutsch/DaZ an Hochschulen in Österreich, Deutschland, Tschechien, Polen und der Slowakei; gegenwärtig germanistische Lehr- und Forschungstätigkeit an der Priv. Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz sowie den Universitäten Pilsen und Regensburg. Forschungsschwerpunkte: Franz Kafka/Prager deutsche Literatur; Plurizentrik des Deutschen um 1900; Erinnerungsorte und -diskurse; Variationslinguistik; Deutsch in multilingualen Kontexten; deutsch-slawisch-jüdische Sprach- und Kulturkontakte. Aktuelle Publikation: „Regensburger Sprachlandschaften. Linguistic Landscaping und DaF-Unterricht jenseits der Megacity“, 2023.

Zum Vortrag: Am Beispiel der Städte Pilsen/Plzeň und Brünn/Brno beschäftigt sich der Vortrag mit urbanen Umgangs- und Sondersprachen Tschechiens, die sich im 19. Jh. durch alltägliche interethnische Kontakte zwischen tschechisch- und deutschsprachigen Stadtbewohnern herausgebildet haben und einen Sonderwortschatz oberdeutscher bzw. bairisch-österreichischer Herkunft aufweisen. Diese nach 1945/46 wegen ihrer engen Beziehung zum Deutschen unterdrückten Stadtsprachen erfahren seit 1989/90 vielfältige Wiederbelebungsinitiativen, die auf die Verbreitung/Auffrischung rezeptiver Kenntnisse abzielen. Regionale Identifikation, wirtschaftliche Nutzung und ,Pragozentrismus‘-Kritik stellen in diesem Zusammenhang die hauptsächlichen Motivationen dar. Die Träger dieser Initiativen können dabei darauf bauen, dass einige dem Deutschen entlehnte Begriffe der betrachteten Stadtsprachen in weiten städtischen Kreisen generationenübergreifend lebendig geblieben sind, Kultstatus genießen und Teile einer sprachlichen Erinnerungslandschaft bilden.