Günter Kaindlstorfer

© Elisabeth Novy

(auch: Günter Wels)
Geb. 11. 7.1963 in Bad Ischl, OÖ.
Wissenschafts- und Kulturjournalist, vorrangig für Rundfunk und Fernsehen, Autor von Erzählprosa.

Günter Kaindlstorfer verbrachte seine Kindheit und Jugend in Wels, nach der Matura an der Bundeshandelsakademie übersiedelte er 1982 nach Wien, wo er auch heute lebt. Seine journalistische Laufbahn begann 1984 bei der Wiener Zeitung, 1985-91 leitete er das Feuilleton der sozialdemokratischen Arbeiter Zeitung. 1992 wurde er Kulturredakteur des ORF-Hörfunkprogramms Ö1 und liefert seither Beiträge für verschiedene Sendeformate, u. a. "Salzburger Nachtstudio", "Radiokolleg", "Ex Libris", "Im Gespräch". Auf seine Initiative geht die "ORF-Bestenliste" für literarische Neuerscheinungen zurück. Arbeitsschwerpunkte sind das Rundfunk-Feature und der TV-Film. Seit 1999 arbeitet Kaindlstorfer auch für das Fernsehen, u. a. für das TV-Magazin "Kulturzeit" (3sat) und als Moderator der Fernsehsendung "Kreuz und Quer" (ORF). Seine Buchrezensionen erscheinen in deutschen, österreichischen und Schweizer Tages- und Wochenzeitungen. Als Lehrbeauftragter für journalistisches Schreiben war er u. a. für die "Europäische Journalismusakademie" und für die FH für Medienmanagement St. Pölten tätig.

2010 publizierte Kaindlstorfer unter dem Namen Günter Wels sein literarisches Debüt Maitage, eine Sammlung von sieben Erzählungen, in der sich der Autor mit der Erfahrungs- und Erlebniswelt der Adoleszenz auseinandersetzt, auch aus gesellschaftskritischer Sicht. Es geht um Kindheit und Familie, belastende Internatserfahrungen, um die erste Liebe, quälende Sinnfragen, aber auch politische Themen sind präsent. In der Erzählung "Maitage", die für das Buch titelgebend wurde, schildert Kaindlstorfer das Kriegsende 1945 aus der Perspektive eines Burschen an der Schwelle zwischen Kindheit und Jugend. Der oberösterreichische Erfahrungshintergrund des Autors ist in den Erzählungen erkennbar.

Christian Schacherreiter

 

Maitage. Erzählungen. Wien 2010.

Rundfunk-Features (Auswahl): Der sakrische Franzl. Auf den Spuren des oberösterreichischen Landes-Bohemiens Franz Stelzhamer (Ö1, Hörbilder 2002). - Mozart on the road. Eine Reise mit dem Mozartforscher Dr. Kurt Palm von Salzburg nach Linz (Ö1, Hörbilder 2005). - Zwanz'g z'quetschte Zwutschkerlzwetschken. Warum Deutsche und Österreicher nicht zusammenpassen (Ö1, Hörbilder 2010). - Der rabiate Rebell. Zum 250. Geburtstag von Johann Gottlieb Fichte (Ö1, Salzburger Nachtstudio, 2012). - Der rote Revenant. Josef Stalin gibt der Geschichtswissenschaft bis heute Rätsel auf (Ö1, Salzburger Nachtstudio 2012). - Der wilhelminische Modernist. Zum 150. Geburtstag Max Webers (Ö1, Salzburger Nachtstudio 2014). - Verehrt in alle Ewigkeit. Die Metamorphosen des Frank Sinatra (Österreich 1, Hörbilder 2015).

Fernsehfilme (Auswahl): Wer hat Angst vor Elfriede J.? Ein Porträt der Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek (55 Minuten, ORF 2004). - Der König von Absurdistan. Im Reich des Dichters Franzobel. Eine Audienz (55 Minuten, ORF 2007). - Das Ende der Intimität. Wie Youtube und die Angst vor dem Terror unsere Welt verändern, (45 Minuten, ORF 2007). - Revolte, Aufbruch, Revolution. 68 und die Kirchen, (52 Minuten, ORF 2008). - Die Ringstraße. Trilogie eines Boulevards (3 x 52 Minuten, ORF und 3sat 2015).

Stand: 9.5.2016