Abgesagt
Buchpräsentation

Michèle Métail, Christian Steinbacher: Phantome Phantome (Edition Korrespondenzen, Wien)

Lesung, Performance (Französisch/Deutsch); Einführung: Reto Ziegler

Siehe Livestream aus der Alten Schmiede, Wien, am 19. Jänner 2021, ab 19.00 Uhr:

Zum Buch:
„Portraits-robots“ (Phantombilder) nennt Michèle Métail ihre seit 2013 auf Reisen entstandenen Porträtserien. Für die meist zehnzeiligen Porträtbilder greift sie auf vorgefertigtes Sprachmaterial wie Redewendungen, Idiome oder Film- und Buchtitel zurück, die in ihrer Kombination, ähnlich den übereinandergelegten Folien bei kriminologischen Fahndungsbildern, eine typische Figur ergeben. Mit seinen variantenreichen „Aneignungen“ hat Christian Steinbacher diese Phantombilder in seine eigene, die Vorlage kontrastierende Sprach- und Bildführung gebracht, die trotz der neuen Wortspiele und Abschweifungen der Vorlage auch ganz verpflichtet bleibt. Zwei unterschiedliche, in ihrer Lust am Sprachmaterial aber verwandte Autoren treffen aufeinander, sodass im Zusammenspiel der divergierenden Phantombilder der Assoziationsraum beim Lesen zusätzlich erweitert wird. (Verlagstext)
Der Auftritt zieht neben Texten aus dem aktuellen Buch auch andere Begegnungen heran. So hat Métail ältere Texte von Steinbacher übertragen, aber auch einen Zyklus von Kurzgedichten, die der Dichter zu ihrem Autorennamen gefertigt hat. Métail liest auf Französisch, Steinbacher auf Deutsch.

MICHÈLE MÉTAIL, geboren 1950 in Paris, lebt in Lasalle in Südfrankreich. Sie studierte Germanistik und Sinologie. Bis 1998 gehörte sie der Bewegung Oulipo an. In Frankreich publizierte sie zuletzt bei Les presses du réel in Lyon. In der Edition Korrespondenzen liegen auch Bücher auf Deutsch vor (zuletzt: „Weg, fünf Füße breit“, 2009). Die Sprachkünstlerin arbeitet in spartenübergreifenden Formaten, und ihre Auftritte sind ein wesentlicher Bestandteil des Werks. 2012 war sie Gast im StifterHaus mit einer Performance und einer Ausstellung. 2018 erhielt sie den prix littéraire Bernard Heidsieck des Centre Pompidou.

CHRISTIAN STEINBACHER, geboren 1960 in Ried im Innkreis, lebt seit 1984 in Linz. Buchpublikationen seit 1988, seit 2011 im Czernin Verlag, dort zuletzt: „Gräser im Wind. Ein Abgleich“, Prosa, 2017, und „Wovon denn bitte? Gedichte und Risse“, 2019. Zusammenarbeiten mit anderen Kunstschaffenden (Josef Bauer, Christoph Herndler, u. a.). Ausgezeichnet wurde sein Werk u. a. mit dem Literaturpreis Wartholz 2010 und mit dem Heimrad Bäcker-Preis 2013.

RETO ZIEGLER, geboren 1966 in Luzern, lebt in Wien. Verleger der Edition Korrespondenzen.