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„Grundbücher der österreichischen Literatur seit 1945“

Sabine Scholl: Wir sind die Früchte des Zorns (Edition Atelier, Wien, 2006)

Live-Stream aus der Alten Schmiede Wien. Ein Gemeinschaftsprojekt der Alten Schmiede, Wien, des StifterHauses, Linz, und des Literaturhauses Graz

Sabine Scholl (Lesung); Beate Tröger (Referat); Klaus Kastberger (Moderation)

Der Titel des Romans „Wir sind die Früchte des Zorns“ von Sabine Scholl aus dem Jahr 2013 nimmt Bezug auf John Steinbecks Roman Früchte des Zorns, der die Geschichte einer Familie aus Oklahoma auf der Suche nach einer besseren Zukunft erzählt. Auch Sabine Scholls Roman entfaltet aus der Sicht der Erzählerin, die autobiografische Züge der Autorin trägt, die Geschichte einer Familie über vier Generationen. Scholls Roman richtet die Aufmerksamkeit auf die Frauen dieser Familie, auf ihre nicht selten verzweifelten Versuche, die ihnen zugedachten Rollen zu verweigern oder zu verlassen. Die (körperlichen) Erfahrungen der Protagonistinnen werden erkundet. Zugleich ist der Roman, der wechselweise in Nahaufnahmen und im Rekurs auf historische Ereignisse Spannungsverhältnisse zwischen Autonomie und Abhängigkeiten beleuchtet, eine Genese des Schreibens aus dem Schmerz, der zeigt „dass Geschriebenes über die Erfahrung einer Geschichte hinausgehen kann“. (Beate Tröger)

SABINE SCHOLL, geborgen 1959 in Grieskirchen/OÖ., studierte Germanistik, Geschichte und Theaterwissenschaft an der Universität Wien, Promotion 1987. Von 1988 bis 1990 Lektorin an der Universität Aveiro in Portugal, seit 1990 freie Schriftstellerin; Lehraufträge an diversen Hochschulen, lebte in Chicago, New York und Nagoya Japan. Seit 2001 lehrt sie in allen Literarisches Schreiben an diversen Universitäten, u.a. am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und an der Universität der Künste Berlin. Von 2009 bis 2012war sie Professorin für Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Scholl verfasst Romane, Essays, Gedichte, Theaterstücke und Hörspiele. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, u.a. „Die Füchsin spricht“, Roman 2016; „Das Gesetz des Dschungels“, Roman 2018; „Erfundene Heimaten“, Essays 2019; „O“, Roman 2020. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u.a. Rauriser Literaturpreis 1992, Theodor-Körner-Preis 1992, Anton-Wildgans-Preis 2018, Kulturpreis des Landes Oberösterreich für Literatur 2019

BEATE TRÖGER, geboren in Selb/Oberfranken, studierte Germanistik, Anglistik und Theater-, Film und Fernsehwissenschaft in Erlangen und Berlin und schloss ihr Studium an der Freien Universität Berlin mit einer Magisterarbeit über Paul Celans Georg-Büchner-Preisrede „Der Meridian“ bei Prof. Marlies Janz ab. Sie ist Literaturkritikerin, Moderatorin und Jurorin und lebt in Frankfurt am Main.

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