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Dienstag, 01. Dezember 2020 - 19:30
Abgesagt
Grundbücher der österreichischen Literatur seit 1945

Franz Schuh: Der Krückenkaktus. Erinnerungen an die Liebe, die Kunst und den Tod (Zsolnay Verlag, Wien, 2011)

Referat: Konstanze Fliedl; Moderation: Klaus Kastberger

Franz Schuh komponiert in seinem Buch „Der Krückenkaktus“ mit leichter Hand Essays, Erzählungen und Gedichte in gemeinsamen Erzähl- und Reflexionsbögen. So entsteht ein einmaliges Kaleidoskop aus scharfsinniger struktureller Analyse, hintersinnig-vergnügten Analogiebildungen, hellwachen Beobachtungen, erzählenden Ausschmückungen banaler oder grotesker Episoden, von kleinen, aber auch längeren Gedanken- und Sprachspielen. Schuhs ironische Melancholie spricht über Last und Lust auf den unterschiedlichsten Ebenen des Lebens und löst dessen Vergeblichkeit in der Tat heiter gelassener literarischer Souveränität. Dieses Werk mit seinem skurrilen Titel zeigt von Franz Schuhs Büchern wohl am anschaulichsten die reich instrumentierten Register seines Denkens und Schreibens und eignet sich deshalb besonders, als ein Grundbuch der österreichischen Literatur gewürdigt zu werden.

FRANZ SCHUH, geboren 1947 in Wien. Studium der Philosophie, Geschichte und Germanistik. Aufsätze, Rezensionen und Essays für Zeitschriften, Zeitungen und Rundfunkanstalten. Er ist Lehrbeauftragter u. a. an der Universität für angewandte Kunst in Wien und Kolumnist. 2006 erhielt er den Preis der Leipziger Buchmesse und 2009 den „Tractatus“ (Preis des Philosophicum Lech). Zu seinen wichtigsten Buchpublikationen zählen: „Das Widersetzliche der Literatur“ (1981); „Fremdenverkehr – Kritische Texte über den Tourismus“ (Hg., 1984);Liebe, Macht und Heiterkeit“ (1985); „Das phantasierte Exil“ (1991); Der Stadtrat“. Eine Idylle (1995);Schreibkräfte. Über Literatur, Glück und Unglück“(2000); „Schwere Vorwürfe, Schmutzige Wäsche“(2005); „Memoiren. Ein Interview gegen mich selbst“(2008); „Der Krückenkaktus“ (2011); „Sämtliche Leidenschaften“ (2014);Fortuna. Aus dem Magazin des Glücks“ (2017).

KONSTANZE FLIEDL, geboren 1955 in Linz, Professorin am Institut für Germanistik der Universität Wien. Publikationen vor allem zu österreichischen Autorinnen und Autoren, literaturkritische Beiträge in Rundfunk und Presse. Forschungsschwerpunkte u. a. Literatur des 19. und des 20. Jahrhunderts, Literatur von Frauen. Seit 2011 Herausgeberin der historisch-kritischen Ausgabe der Werke Arthur Schnitzlers.