Anna Weidenholzer

© Lukas Beck

Geb. 21.1.1984 in Linz.
Ihr Debütroman Der Winter tut den Fischen gut (2012) sorgte für einen Überraschungserfolg und führte zur Etablierung im österreichischen Literaturbetrieb.

Weidenholzer studierte Vergleichende Literaturwissenschaft in Wien, wo sie derzeit auch lebt, und in WrocÅ‚aw (Polen). Zu schreiben begann sie nach eigener Aussage schon früh, das Handwerk lernte sie als Chronikjournalistin der Oberösterreichischen Nachrichten. Daneben erfolgten erste literarische Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften, etwa in kolik, Macondo, Rampe, schreibkraft. 2009 absolvierte Weidenholzer die Leondinger Akademie für Literatur. Sie ist Mitbegründerin und -veranstalterin der Lesebühne "Linzer Worte". Schon für ihre ersten literarischen Arbeiten wurde sie mit einer Reihe von Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet: den Marianne von Willemer-Frauen.Literatur.Preis 2009, das Kunstförderungsstipendium der Stadt Linz 2009, den Alfred-Gesswein-Preis 2009, das Startstipendium des BMUKK 2009.
Im Herbst 2010 erschien ihr Erzählband Der Platz des Hundes. Das Buch ist eine "Sammlung ausgefeilter Prosa rund um schrullige Provinzcharaktere, deren Rituale und Lebenspotenziale die Autorin liebevoll ausdeutet" (Steiner 2011), schrieb Roland Steiner im Buchmagazin des Wiener Literaturhauses. Dafür erhielt sie ein Aufenthaltsstipendium in Schloss Wiepersdorf 2011, das Staatsstipendium für Literatur 2011/2012, ein Aufenthaltsstipendium im Literarischen Colloquium Berlin 2012 und wurde Stadtschreiberin von Kitzbühel 2012.

Bei einer Produktion, in der Exmitarbeiter einer stillgelegten Möbelfabrik in Attnang-Puchheim ihre Schicksale erzählten, kam Weidenholzer die Idee zu ihrem Debütroman. Zur Recherche für dieses Buch führte die Autorin etliche Interviews mit Arbeitslosen. Die Eindrücke aus diesen Gesprächen verdichtete sie zur Hauptfigur des Romans, der 49-jährigen arbeitslosen Textilkauffrau Maria Beerenberger. Der Text hat eine zu diesem Schicksal "passende Erzählanordnung": Indem das Leben der Heldin "rückwärts von Kapitel 54 bis Kapitel 1" geschildert wird, vermittelt die Autorin "von der ersten Seite an eine Abgeschlossenheit, vielleicht Ausweglosigkeit: Man weiß, worauf die Lebensmöglichkeiten hinausgelaufen sind." (Zeyringer 2012) Als größter Erfolg des Romans gilt die Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse 2013 in der Kategorie Belletristik. Zuletzt erhielt Anna Weidenholzer den Reinhard-Priessnitz-Preis 2013.

Harald Klauhs