Anton Schott

© Thomas Pumberger

Geb. 8.2.1866 in Klausen bei Kohlheim (heute: UhlištÄ›; Tschechische Republik), gest. 4.4.1945 in Mettmach (OÖ).
Der im Böhmerwald geborene Schott schuf ein umfangreiches und erfolgreiches Prosawerk, das heute vergessen ist.

Er war Gerichtsschreiber, Lehrer und Landwirt, bevor er sich ab 1897 - im Stil Adalbert Stifters - ganz der (Heimat-)Schriftstellerei widmete. Bis zu seinem Tod erschienen in ununterbrochener Reihenfolge über 50 Romane, Erzählungen und Novellen, die sich einer großen Leserschaft erfreuten.
Zusammen mit seiner Frau und sieben Kindern lebte Schott zunächst auf einem kleinen Anwesen im böhmischen Hinterhäuser (heute: Zadny Chalupy; Tschechische Republik), und ab 1908 - eine angemessene Schulbildung für die Kinder machte den Ortswechsel erforderlich - auf Freisitz Tischingenin Bergham bei Linz. Sipbachzell und Peuerbach waren die nächsten Lebensstationen der Dichterfamilie, bevor sich Schott 1929 in Schloss Hub bei Mettmach (Bezirk Ried/Innkreis) niederließ. Auch hier arbeitete der Autodidakt an neuen Romanen und befasste sich zudem mit Geschichtsforschung, Sprachwissenschaft, Malerei und Botanik. Sein Herbarium mit ca. 2000 Exponaten wird heute im Biologiezentrum in Linz aufbewahrt.

Die zentrale Rolle in Schotts Werken spielen der Böhmerwald und seine Bewohner in der vorindustriellen Zeit. Die Menschen sind vielfach arm, jedoch durch die Not abgehärtet und an ihren volkstümlichen Traditionen festhaltend. Kirchenfeste, Brauchtum und der ureigene Dialekt der Protagonisten werden in den Heimatromanen ebenso beschrieben wie die strenge hierarchische Ordnung innerhalb der Hofgesellschaft und die täglich zu verrichtenden bäuerlichen Arbeiten (z. B. Der Wildhof, 1898; Die Geierbuben, 1901; Notwebers Gabriel, 1910; Waldbauern, 1914; Seltsame Leut, 1922). Neben den Bauernromanen verfasste Anton Schott auch historische Romane, in denen er die bewegte Vergangenheit des Böhmerwaldes aufarbeitete. Werke wie Schwedenzeit (1912), BannfluchundPest (1926), Hussenzeit (1928) oder Eine Geißel Gottes (1939) behandeln Themen wie die Hussenkriege, die Bauernaufstände oder die Künischen Freibauern. 

Schotts Werke fanden keine Beachtung in der Literaturwissenschaft und sind heute allesamt vergriffen. Die aufschlussreichste Quelle über das Leben des Dichters bietet eine von ihm selbst verfasste Familienchronik, ein tagebuchartiger Lebensbericht, ergänzt mit Ahnenforschung, Stammbäumen, Zeichnungen und Fotografien. Sein Nachlass befindet sich in Privatbesitz.

Astrid Hinterholzer

 

Der Wildhof. Köln 1898. - Die Geierbuben. Freiburg/Br. 1901. - Notwebers Gabriel. Regensburg 1910. - Schwedenzeit. Berlin 1912. - Waldbauern. Regensburg 1914. - Seltsame Leut. Regensburg 1922. - Bannfluch und Pest. Innsbruck 1926. - Hussenzeit. Salzburg u. a. 1928. - Eine Geißel Gottes. Salzburg u. a. 1939.

Hinterholzer, Astrid: Anton Schott. Ried/Innkreis 2005. - Schuk, Pankraz: Anton Schott, der Dichter des Böhmerwaldes. Zu seinem 70. Geburtstag am 8. Februar 1936, o. O. 1936.