Erich Klinger

© Petra Pfaffenbichler

Geb. 6.2.1959 in Linz.
Klingers literarische und journalistische Arbeiten sind im Kontext zwischen Kulturarbeit, politischem Bewusstsein und Reflexion des eigenen Daseins angesiedelt.

Aufgewachsen in Linz, schloss Klinger 1977 die Handelsschule in Wels ab und arbeitete zunächst in kaufmännischen, aber auch verschiedenen anderen Berufen, so etwa als Kellner und Sargträger. Möglicherweise ist es letztere Tätigkeit, die ihn auf seiner Homepage zu dem lakonischen Eintrag "Erich Klinger - lebt" geführt hat. Von 1993-2000 war er im Offenen Kulturhaus und Architekturforum für organisatorische und technische Belange verantwortlich. Ab dann folgte eine Reihe von Tätigkeiten in unterschiedlichen Kultur- und öffentlichen Projekten bis heute.
Schwerpunkte bilden dabei die Arbeit als Redakteur bzw. Projektleiter der Sendereihen "Wegstrecken - Magazin für Autofreie Fortbewegung" sowie "Summerau, 96" und "Nachspann" für den Radiosender FRO, wo Klinger außerdem im "Frozine" mitarbeitet bzw. Workshops leitet. Für den Oberösterreichischen Verkehrsverbund (Herausgabe Kursbücher) und den Sozialratgeber Oberösterreich war er als Lektor tätig.

Klingers erste literarische Veröffentlichungen erscheinen in den 1980er Jahren, vor allem in Anthologien. Nach einer längeren Unterbrechung ab 2004 Veröffentlichungen in den Facetten und in Anthologien. 2006 kommt in der edition linz Risse im Schnee heraus, eine Sammlung von vorwiegend während eines Arbeitsstipendiums des Landes Oberösterreich in Gmunden entstandenen Texten und Impressionen. Ebenfalls während Stipendien entstanden sind das Krumauer Tag- und Nachtschattenbuch und die Gmundner Dramolette, beide unveröffentlicht. In weiterer Folge publiziert er einzelne Texte, liest u. a. in der Reihe "Schnittstellen - Literatur und Politik" und bei Veranstaltungen der Grazer Autorinnen- und Autorenversammlung. Dabei verknüpft er oftmals seine literarische Produktion mit der journalistischen Radioarbeit. In Hörbildern kombiniert er Texte mit Akustischem, daneben wirkt er in Dokumentar- und Animationsfilmen (z. B. Nachbehandlung, Preisträger bei Crossing Europe 2012) mit. 
Klingers Aktivitäten lassen sich insgesamt im Grenzbereich zwischen Kultur, politischer Bewusstseinsarbeit und der Auslotung eigener Erfahrungsbereiche verorten. Unangepasstheit und Widerstand gegen bestehende Normen zeichnen sein Schaffen aus. Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang sein ökologisches Verständnis, seine ausgeprägte Affinität zum Fahrrad und öffentlichen Verkehr sowie sein Engagement zur Reduktion des privaten Autoverkehrs, auch in Form diverser Projekte.

Bernhard Judex

 

Momentaufnahme (Jahreswechsel 2001/02). In: ...bis sie gehen. Vier Jahre Widerstandslesungen. Ein Lesebuch. Hg. von El Awadalla und Traude Korosa. Klagenfurt 2004, 110. - Risse im Schnee. Linz 2006. - Wie ich zum Popstar wurde. In: Arbeitstitel Pop. 2009. - Ohne Titel. In: Notizblock glatt. Hg. Das Fröhliche Wohnzimmer. 2010. - Glück und Schwein sowie Schwein und Glück und Schwein. In: Glück und Schwein. Hg. Das Fröhliche Wohnzimmer. 2011. - Drei Texte zu Bildern von Fritz Widhalm. In: Ab(Bild) und Zu(Schrift). Hg. Das Fröhliche Wohnzimmer. 2012, Teil 2. - Als Hg. (gem. mit Manuela Mittermayer:) Edition ZuHören (Tonträger). 4-teilige Lesungsreihe auf Radio Fro, 2001.