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Franz Xaver Hofer

Foto: Helga Hofer

Geb. 24.11.1942 in Niederwaldkirchen, OÖ; gest. 9.7.2012 in Rainbach im Innkreis.
Der Kunstkenner und Autor von Prosa, Lyrik, Drama und Drehbuch war auch als Redakteur bei Literaturzeitschriften tätig.

Nach der Matura am Stiftsgymnasium Schlierbach absolvierte Franz Xaver Hofer eine Lehrerausbildung und übte diesen Beruf bis zu seiner Pensionierung aus. Daneben war er stets literarisch tätig. Mit seiner Arbeit als Redakteur bei den Kultur- und Literaturzeitschriften Landstrich und Die Rampehat erwichtige Arbeit für den oberösterreichischen Literaturbetrieb geleistet.Viele seiner Essays beschäftigen sich mit bildnerischen Themen, auch Lyrikbände entstanden in Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern. Seit 1976 lebte Franz Xaver Hofer gemeinsam mit seiner Frau, der Malerin Helga Hofer (geb. 1955), und den gemeinsamen drei Kindern in Rainbach im Innkreis. 

In den 1970er-Jahren trat Hofer mit dem Drama Orestie 72 an die Öffentlichkeit. Danach folgten Prosawerke, vor allem Erzählungen und Romane. In den letzten 15 Jahren seines Lebens erschienen zudem Lyrikbände.
In seinen Texten stehen die Natur und der Mensch in ihr im Vordergrund. Das Ich erfährt sich in der Natur neu, fühlt sich dort eingebettet und wahrgenommen. "Die Einfühlung verwandelt mich. Ich spüre, wie ich mitschwinge" (Hofer 2011, 14) Diese Einfühlung in die Umgebung, in Natur, Mensch und Tier ist symptomatisch für Prosa und Lyrik des Schriftstellers. Das Sein, aber auch das Vergehen und Entstehen werden gemeinsam erlebt, das Ich befindet sich in einem größeren Zusammenhang: "Dinge, die nicht zusammenhängen, ereignen sich gleichzeitig. Dinge, die sich gleichzeitig ereignen, verknüpfen sich." (Hofer 2012, 65) Selbst sah sich Hofer "als Beobachter der sogenannten Natur, als Hersteller und Veränderer des Sinns von Wirklichkeiten" (ebd., 99). Neben dem Einfühlen und dem Beobachten stehen aber auch das Zweifeln und Fragen im Zentrum seiner Texte. Nichts ist feststehend und unverrückbar, alles befindet sich im Fluss und ist veränderbar, auch das Ich selbst, wie der Titel seines postum erschienenen Werkes Immer werde ich ein wenig anders sein als der, den ich beschreibe (2014) verdeutlicht.

Teresa Wielend

 

Der Sohn des Faßbinders. Passau 1985. - Der Kentaur. Passau 1991. - Die Notwehr des Herakles. Linz 1993. - Flammengrün. Aspach 2001. - Die Reisen des Nico Landmann. Aspach 2004. - Das Ich im Freien, Lyrischer Kalender. Brunnenthal 2007. - Leo. Passau 2011. - Augenabschied. Brunnenthal 2012. - Sigmund oder Die Kälte. Passau 2013. - Immer werde ich ein wenig anders sein als der, den ich beschreibe. Passau 2014.

Blachnik, Gabi: Die Poesiealben von Helga und Franz Xaver Hofer. In: Passauer Kunstblätter 2/2011. - Blachnik, Gabi: Franz Xaver Hofer: Sigmund oder Die Kälte. Ostbayerisches Magazin 2/2014. - Hackl, Erich: Beim zweiten Hinsehen. Franz Xaver Hofers Gedichte mit und ohne Hund. In: Die Presse, 26.3.2011. - Ders.: Ordentlich durcheinander auf dem Boden. Arrangement und Anarchie: Franz Xaver Hofers Gedichtband "Augenabschied". In: Die Presse, 19.10.2013. -  Kohl, Ines: Epitaph für Leo. Franz Xaver Hofers berührende Gedichte auf seinen geliebten Hund. In: Landshuter Zeitung, 22.1.2011. - Part, Matthias: Die Muster aufzeigen, die die Welt beinhaltet. In: Rieder Volkszeitung, 27.11.86. - Ders.: Franz Xaver Hofers neuer Gedichtband. Auf den Hund gekommen. In: Oberösterreichischer Kulturbericht 3/2011. - Ders.: "Jede Spur hat ein Ende". Zu Franz Xaver Hofers Lebenswerk. In: Oberösterreichischer Kulturbericht 1/2013. - Rathenböck, Vera: Die Reisen des Nico Landmann. Ein neuer Roman von Franz Xaver Hofer. In: Oberösterreichischer Kulturbericht 8/2004. - Riebler, Eva: Das Ich im Freien. Der Nachhall der Natur. In: LitGes, März 2008. - Schusterbauer, Hans: Die Kälte der Luft und die Klarheit der Sätze. Schnee/Seele. Gedichte von Franz Xaver Hofer. In: Oberösterreichischer Kulturbericht 5a/2000. -  Vorbach, Herbert: Die Notwehr des Herakles. In: Mühlviertler Kulturzeitschrift 1/1994. - Widder, Bernhard: Ich halte mich vom Denken ab. Eine Erinnerung an den oberösterreichischen Dichter Franz Xaver Hofer. In: Wiener Zeitung, 29./30.6.2013.

Stand: 3.11.2015