Hauptinhalt

Joschi Anzinger

© Reinhard Winkler

Geb. 27.12.1958 in Altlichtenberg bei Linz.
Zeitgenössischer Dichter in Mühlviertler Mundart.

Joschi Anzinger widmet sich neben seiner beruflichen Tätigkeit als Angestellter bei der "Linz AG" der heimatlichen Dichtkunst. Als "Mühlviertler Mundart-Poet" trat er schon Anfang der 1990er-Jahre in Erscheinung, so insbesondere in Morgenschtean - Die österreichische Dialektzeitschrift. Im Laufe der Jahrzehnte folgten zahlreiche Beiträge in diversen Anthologien und Literaturzeitschriften sowie in Printmedien, Rundfunk und Fernsehen.
Die Liste seiner publizierten Werke umfasst mittlerweile zehn Bücher. Der Großteil davon sind Gedichte in (Mühlviertler) Mundart, die sich durch Kürze und Prägnanz auszeichnen, und deren Sujets häufig dem Alltagsgeschehen seiner Umgebung entnommen sind. "Seine konsequent phonetische Schreibweise ist nicht ganz leicht zu entschlüsseln... Er zwingt den Leser jedes Wort zu entziffern, denn ihm ist jedes Wort wichtig. Schließlich ist er ein wortverliebter Wortspieler, meist ungereimt, ab und zu gereimt, aber immer mit spitzer Feder und die Sache auf den Punkt bringend." (Mairinger 2004)
Größere Aufmerksamkeit erregten seine Prosabände s mühlviaddla nibelungenliad (2009) eine "Neuerzählung" des mittelhochdeutschen Heldenepos' Nibelungenlied in Mühlviertler Mundart und mit den handelnden Personen und den Orten aus seiner Umgebung. 2011 folgte mit GRANID fausdd ein weiterer Prosaband, in dem Goethes Drama ungekürzt in Mühlviertler Mundart neu erzählt und ins Mühlviertel verlegt wird. Ein zweiter Faust - nach dem Vorbild des Weimarer Klassikers - folgte 2013 mit dem Titel da GRANIDD fausdd - taö zwoa.

Joschi Anzinger ist Mitglied der Gruppe "neue mundart", der IG Autorinnen Autoren, der Österreichischen Dialekt Autorinnen Autoren und der Grazer Autorinnen Autoren Versammlung. 2015 erhielt er den Franz-Stelzhamer-Preis für Kurzgeschichten in Mundart.

Bernhard Glas

 

ghead&xeng. Gedichte im Mühlviertler Dialekt. Linz, Wien 2000. - Du teil von mir. Lyrik aus dem Mühlviertel. Linz, Wien 2002. - ned mea und ned weniga. Linz, Wien 2004. - oadeiddi zwoadeiddi. Gedichte in Mundart. Aspach 2005. - eisn en feia. Gedichte in Mundart. Aspach 2006. - Gounz oda goaned. Gedichte in Mundart. Aspach 2007. - s mühlviaddla nibelungenliad. Weitra 2009. - GRANIDD fausdd. Weitra 2011. - da GRANIDD fausdd - taö zwoa. Weitra 2013. - windfuadan. gedichde. Ranshofen 2015.

Gruber, Reinhold: Faust auf Mühlviertlerisch. In: Oberösterreichische Nachrichten, 19.10.2013. - Hutter, Andreas: Wenn der "Fredl va da Zwedl" auf den "Xandl va Sandl" trifft. In: Neues Volksblatt, 6.5.2009. - Ders.: "Da greizbravi Maxl" und die besi "Duchadbeirin". In: Neues Volksblatt, 2.7.2011. - Mairinger, Hans Dieter: Joschi Anzinger. Du Teil von mir. Gedichte aus dem Mühlviertel. In: Stelzhamerbund Mitteilungen 2003, Nr. 145, 25. - Ders.: Joschi Anzinger. "Ned mea und ned weniga". Dialektgedichte. In: Stelzhamerbund Mitteilungen 2004, Nr. 151, 23.