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Trude Payer

Cover der Ausgabe von "Herz und Welt" 1958

Geb. 18.4.1901 in Linz, gest. 19.1.1963 in Wien.
Die akademische Malerin und Schriftstellerin kam erst spät ihrer künstlerischen Berufung nach - ab Anfang der 40er-Jahre des vergangen Jahrhunderts als Malerin, ab den späten 40er-Jahren hauptsächlich als Schriftstellerin.

Trude Payer entstammte einer alteingesessenen Linzer Kaufmannsfamilie (Ehrentletzberger). Nach dem Besuch des Linzer Mädchenlyzeums begann sie das Studium an der Wiener Kunstgewerbeschule/Allgemeine Abteilung (1918-1920); nach früher Heirat mit dem Forstingenieur Anton Payer widmete sie sich der Familie mit Wohnort in Steyr; 1940 begann sie ein Malereistudium in München, davon fünf Semester an der Akademie der bildenden Künste (Zeichen- und Malerklasse), das sie 1943 als akademische Malerin abschloss. Seit diesem Jahr, zugleich das Trennungsjahr von ihrem Mann, mit dem sie zwei Söhne hatte, war sie als freischaffende Malerin tätig, nun in Wien und über den Sommer in Rottenegg (Mühlviertel) ansässig; der Schwerpunkt ihrer Malerei lag bei Porträts, Trachtenbildern, Aquarellen von Schränken und Landschaftsbildern.

Ende der 40er-Jahre begann Trude Payer sich vermehrt literarisch zu betätigen; ihr reichhaltiges Schaffen umfasst Bühnenwerke, Hörspiele, Drehbücher, Romane und Novellen. Das Schreiben verdrängte zunehmend die Malerei; ausschlaggebend dafür dürfte der tragische Tod ihres ältesten Sohnes Ekkehard, welcher kurz vor Kriegsende in Ungarn fiel, gewesen sein.

Das Bühnenstück Die Chronik der Theresia Pfanzaglin (1949), auch in Hörspielfassung (1950), bedeutete den ersten größeren Erfolg; ab 1951 folgten Aufführungen von Theaterstücken, insbesondere von Märchen und Sagen, vorwiegend auf Wiener Bühnen; 1953 erschien ihr erstes Buch mit dem Titel Fünf Mädel erobern die Welt, ein Reiseroman für junge Mädchen mit den Fortsetzungen Fünf Mädel im Schnee (1954) und Fünf Mädel am See (1956); erwähnenswert sind der okkulte Roman Die Verwandlung der Iris Delorme (1953), Herz und Welt - Der Lebensroman Franz Stelzhamers (1958) sowie der Roman Die silberne Kugel (1959), ein Briefwechsel zweier Künstler.

Die letzten Jahre hat Trude Payer, der Landschaft des Mühlviertels seit Kindheit verbunden, in Rottenegg zugebracht. Der tragische und frühe Tod ihres erstgeborenen Sohnes war mitentscheidend für ihre ausgeprägte Neigung zu Parapsychologie, die sich auch in einigen Werken niederschlug.

Bernhard Glas

 

Die Verwandlung der Iris Delorme. Roman. Wien 1953. - Fünf Mädel erobern die Welt. Ein Reiseroman. Wien 1953. - Fünf Mädel im Schnee. Roman. Wien 1954. - Fünf Mädel am See. Roman. Wien 1956. - Herz und Welt. Der Lebensroman Franz Stelzhamers. Baden bei Wien 1958. - Die silberne Kugel. Baden bei Wien 1959. - Ruth Beckers Mission. München 1960. - Liebe kleine Jo. Eine Erzählung für junge Mädchen. Stuttgart 1961. - Die Chronik der Theresia. München 1961.

Watzinger, Carl Hans: Trude Payer, Malerin und Erzählerin. In: Ders.: Ihre Heimat ist Steyr. 31 Biographien von Erfindern, Dichtern, Künstlern, Historikern und anderen großen Persönlichkeiten der Stadt Steyr. Steyr 1980, 112-114. - Ders.: Erinnerung an Trude Payer. Zum 70. Geburtstag der Künstlerin. In: Mühlviertler Heimatblätter 11 (1971), Nr. 2, 67-68.