Talentförderungsprämie

Die Talentförderungsprämien des Landes Oberösterreich für Literatur dienen der langfristigen Unterstützung junger Autorinnen und Autoren beim Start in ihre literarische Karriere.

Sie werden auf Vorschlag einer unabhängigen Fachjury biennal vergeben und sind mit 5.400,- Euro dotiert, wobei die Auszahlung des Betrags in 24 Monatsraten erfolgt. Vorläufer der Talentförderungsprämien waren die Förderungspreise für junge Talente, die 1950 erstmalig und ab dem Jahr 1961 regelmäßig verliehen wurden. Als 1950 von der oberösterreichischen Landesregierung der Adalbert-Stifter-Preis für Literatur ausgelobt wurde, entstand die Idee, auch junge und wenig bekannte Schriftstellerinnen und Schriftsteller durch die Stiftung eines Literaturpreises zu fördern. Deshalb wurde ein Förderungspreis, dotiert mit 5.000 Schilling, ausgeschrieben, mit dem im Januar 1951 Johann Pauk (1898-1975) und Franz Pühringer (1906-1977) ausgezeichnet wurden. Lobende Erwähnungen von der Jury für ihre Talentproben erhielten schon hier zahlreiche Bewerberinnen und Bewerber, die die oberösterreichische Literaturlandschaft nachweislich prägen sollten, u. a. Marlen Haushofer für ihre Erzählung Das fünfte Jahr, Franz Kain für eine Sonettenfolge und Kurt Klinger für die Gedichtsammlung Das leere Zimmer.

Im Jahr 1974 kam es zu einer Reform der Kulturpreise des Landes. Neu konzipierte Talentförderungsprämien für Künstlerinnen und Künstler bis zum 35. Lebensjahr lösten die Förderungspreise ab. Durch diese Talentförderungsprämien sollte jungen Kunstschaffenden der Einstieg in den Kulturbetrieb erleichtert werden, indem sie über einen längeren Zeitraum mit einem monatlichen Betrag von 2.000 Schilling unterstützt wurden. Aufgrund des großen Erfolgs und der zahlreichen Bewerbungen wurde die Anzahl der Prämien schon 1977 verdoppelt.
Da die Preise laufend durch neue künstlerische Sparten, wie Architektur, Film, Fotografie und Interdisziplinäre Kunstformen, erweitert wurden, erfolgte 2007 die Umstellung auf eine biennale Vergabe. Bis zu 15 Talentförderungsprämien werden jährlich insgesamt verliehen.

Susanne Alt

Förderungspreise und Talentförderungsprämien für Literatur
Preisträgerinnen und Preisträger:

1950    Johann Pauk
           Franz Pühringer
1961    Irmgard Beidl-Perfahl (geb. 1921)
1962    keine Vergabe
1963    Hermann Friedl
1964    Franz Josef Heinrich
1965    Hans Heinrich Formann (geb. 1939)
1966    Franz Rieger
1967    Elfriede Prillinger (1922-2010)
1968    Oskar Zemme
1969    Walter Wippersberg
1970    Dora Dunkl
1971    Kurt Klinger
1972    Alois Brandstetter
1973    Christian Wallner (1948 -2010)
1974    Franz Josef Heinrich
           Friedrich Anselm Glück
           Günter Rupp (geb. 1943)
1975    Peter Kraml (geb. 1947)
           Sylvester Lohninger (geb. 1952)
1976    Brigitte Schwaiger
           Hermann Obermüller
1977    Reinhold Aumaier
           ­Erwin Einzinger
1978    keine Vergabe
1979    Peter Friedl (geb. 1960)
           Erich Hackl
           Jutta Skokan (geb. 1944)
           Ralph Werner (geb. 1955)
1980    Bernhard Lichtberger (geb. 1950)
           Jutta Pointner (geb. 1956)
           Elisabeth Reichart
1981    Helmut Kobelbauer (geb. 1956)
           Renate Lachinger (geb. 1956)
           Ursula Adam (geb. 1950)
           Franz Josef Czernin (geb. 1952)
1982    Hans Schusterbauer (geb. 1954)
           Alois Reiter (geb. 1961)
1983    Andreas Huber (geb. 1961)
           Norbert Pühringer (geb. 1959)
           Christoph Ransmayr
           Günther Rudolf Sigl (geb. 1955)
1984    Klaus Knoll (geb. 1956)
           Susanne Schöberl (geb. 1960)
1985    Katharina Varjai (geb. 1957)
           Gerlinde Moder (geb. 1952)
1986    Christoph Janacs
1987    Thomas Baum
           Hans Eichhorn
           Christian Steinbacher
1988    Sabine Scholl
           Bernhard Widder (geb. 1955)
           Margit Schreiner
1989    Ludwig Laher
           Wolfgang Wenger (geb. 1962)
           Hansjörg Zauner
           Leopold Huber (geb. 1955)
1990    Christian Loidl
           Wilfried Steiner
1991    Klaus Hollinetz (geb. 1959)
           Bettina Wagner (geb. 1960)
           Franz Zeller (geb. 1966)
1992    Bernhard Bamberger (geb. 1964)
           Rudolf Habringer
1993    Judith Fischer (geb. 1967)
           Manfred Maurer
           Margit Ulama (geb. 1960)
           Franzobel
1994    Hans Michael Krydl (geb. 1963)
           Adolf Clemens Scharf (geb. 1967)
           Otto Johannes Adler (geb. 1959)
1995    Birgit Feusthuber (geb. 1962)
           Richard Obermayr (geb. 1970)
           Günter Kaip (geb. 1960)
1996    Peter P. Schwaiger (geb. 1968)
           Andreas Tiefenbacher (geb. 1961)
           Petra Nagenkögel
1997    Claudia Sykora-Bitter
           Andreas Jungwirth
           Patricia Josefine Marchart
1998    Renè Freund (geb. 1967)
1999    Sven Daubenmerkl (geb. 1965)
           Elisabeth Vera Rathenböck
           Herbert Ch. Stöger (geb. 1968)
2000    Elke Papp (geb. 1973)
           Florian Neuner
           Peter Landerl (geb. 1974)
2001    Harald Ditlbacher (geb. 1971)
           Helmut Neundlinger (geb. 1973)
           Erich Wimmer (geb. 1966)
2002    Werner Garstenauer (geb. 1975)
           Marlen Schachinger
           Heinrich Schaur (geb. 1967)
2003    Stephanselm Tancred Hadwiger (geb. 1972)
           Andrea Winkler
           Reinhard Ebner (geb. 1973)
2004    Reinhard Buchberger (geb. 1972)
           Tassilo Dückelmann (geb. 1981)
2005    Clemens Prinz (geb. 1973)
2006    keine Vergabe aufgrund von Jurybeschluss
2007    Stefan Rois (geb. 1983)
2008    keine Vergabe
2009    Christina Maria Landerl (geb. 1979)
           Franz Wenzl (geb. 1976)
2010    keine Vergabe
2011    Renate Silberer (geb. 1975)
2012    keine Vergabe
2013    David Frühauf (geb. 1987)
           Marianne Jungmaier (geb. 1985)
           Dominika Meindl (geb. 1978)